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Ein Spielzeug für grosse Kinder

Auffällig getunt, laut und etwas raubeinig: Der Chevrolet Camaro macht als Hot-Wheels-Edition noch ein bisschen mehr Spass.

Sie waren die Helden der Kindheit. Die bunten Spielzeugautos von Matchbox oder Hot Wheels liessen einem von der unbegrenzten Freiheit, von Tempo und Fahrspass träumen. Und heute steht man im biederen Familienkombi auf der Nordumfahrung im Stau. Wenn Kindheitsträume wahr werden, dann sehen sie so aus wie der Chevrolet Camaro in der Hot-Wheels-Edition, die ja passenderweise gleich Name und Logo der bekannten Blechautomarke trägt. Für einen Aufpreis von 5050 Franken ist dieses Paket erhältlich, inklusive ist unter anderem die «Kinetic Blue Metallic»-Lackierung, die wunderbar in der Sonne leuchtet. Zudem gigantische 20-Zoll-Alufelgen in Schwarz, die man gut vor Randsteinen schützen sollte. Und weiter: dunkel lackiertes Bodykit, vergrösserter Heckspoiler, mattschwarze Rallyestreifen, Kühlergrill mit roter Umrandung und komplett schwarze Lederausstattung mit roten Sitznähten. Das Ganze wird von dem überall angebrachten Hot-Wheels-Logo umrahmt. Das Tuning, das nur für das Coupé erhältlich ist, wirkt natürlich enorm auffällig, aber ist in sich stimmig und weder protzig noch prollig. Die Erweiterungen passen perfekt zum typischen US-Design des Camaros. Und ja, das Kind im Mann wird durchaus noch etwas mehr geweckt als bei der normalen Version. Nicht nur der Fahrer bekommt leuchtende Augen, sondern auch die kleinen und grossen Autofans am Fussgängerstreifen, an der Tankstelle oder auf dem Migros-Parkplatz. Dort kann man sich durchaus hinwagen, ist der Camaro doch nicht nur ein Spielzeug für die Freizeit, sondern ein vollwertiges, im Alltag einsetzbares Auto. Das Platzangebot ist in Ordnung, die 364 Liter Kofferraum reichen auch mal für den Getränkeeinkauf. Sogar die Rückbank, die sonst nur als Notsitz taugt, lässt sich umklappen, um einen richtig grossen Laderaum zu erhalten. Nur an den langen Coupétüren und der sehr hohen Ladekante merkt man, dass Praktikabilität bei der Planung des Camaro nicht ganz vorne auf der Prioritätenliste gestanden hat. Wichtiger war sicher das Fahrfeeling wie in einem klassischen Muscle-Car. Dazu gehört natürlich auch ein hubraumstarker V8. Das 6,2-Liter-Triebwerk von General Motors leistet in der Version mit der 6-Gang-Handschaltung 432 PS, erreicht das maximale Drehmoment aber erst bei relativ hohen 4600 Umdrehungen pro Minute. In der Praxis bedeutet das: Man hat genug Kraft in tiefen Touren, aber nur wer den Motor schön hochdreht, bekommt die brachiale Power des V8 so richtig zu spüren. So kann man denn auch in 5,2 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer sprinten, ein Sportwagenwert. Natürlich ist der Chevy mit seinen 1,7 Tonnen kein Leichtgewicht, das behände um die Ecke flitzt. Eher ein kräftiger Athlet, der im Sprint und bei der Ausdauer punktet. Dabei bleibt der Camaro, wie es sich für einen typischen Amerikaner gehört, immer komfortabel. Mit einer Ausnahme: 30er-Zonen oder Stop-and-go-Verkehr sind zumindest mit der manuellen Schaltung eine Qual. Der Camaro ruckelt, faucht und zieht an der Lenkung – der Muscle Car hat einfach zu viele Muskeln. Dafür kann man bei Tempo 50 bis 80 wunderbar und tieftourig cruisen, im Ohr brummt angenehm der sonore V8-Sound und verdrängt den Gedanken an den nächsten Tankstopp. Dann merkt man nämlich mit Schrecken, dass der Ami mit weniger als 15 Litern auf 100 Kilometer nicht zu fahren ist. Schon für 49?900 Franken ist das Coupé erhältlich, da liegen die 5050 Franken für die schicken Hot-Wheels-Specials noch locker drin. Sonst warten keine Zusatzkosten: elektrisch verstellbare, beheizbare Sitze, Rückfahrkamera, ein Soundsystem mit neun Lautsprechern und das praktische Head-up-Display – alles bereits an Bord. Schade, ist nur eine manuelle Klimaanlage eingeplant. Die automatische Komfortversion ist merkwürdigerweise nicht mal auf der Optionsliste zu finden. Verkaufserfolg und Update In den ersten sieben Monaten des Jahres verkaufte Chevrolet in der Schweiz 220 Camaros. Ein grosser Erfolg – und schon steht ein aufgefrischtes Modelljahr bereit. Auf der IAA zeigt Chety den ?berarbeiteten Camaro als Coup? und Cabrio. Der untere Frontgrill ist breiter, weitere Details sorgen f?r ein leicht sportlicheres Erscheinungsbild. Wichtiger ist die Aufwertung im Interieur mit dem Head-up-Display neu in Farbe und dem MyLink-Infotainmentsystem mit Zugriff auf Handy-Apps. Chevrolet Camaro Coupé Hot Wheels + Überzeugendes Tuningpaket+ Kräftiger V8-Motor+ Top Preis-Leistungs-Verhältnis – Nicht zeitgemässer Verbrauch– Weit aufschwingende Türen– Mässige Raumeffizienz

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