Zum Hauptinhalt springen

Ein «surreales» Spiel der Bayern

Mit den Partien Schachtjor Donetsk – Bayern München und Paris St-Germain – Chelsea startet die Champions League heute in die Achtelfinals, die sich über vier Wochen erstrecken.

Im Vorfeld des Gastspiels von Bayern München in der Ukraine sorgte nicht nur der Fussball, sondern auch die aktuelle politische Si­tua­tion im Land des EM-Gastgebers von 2012 für Gesprächsstoff. Auch wenn die Partie im mehr als 1000 Kilometer von Donetsk entfernten Lwiw nahe der polnischen Grenze ausgetragen wird, ist das Spiel keines wie jedes andere. Es findet in einem Land statt, in dem bis zuletzt mit schweren Waffen gekämpft wurde.

«Das ist schon im Kopf», sagte Bayerns Holländer Arjen Robben, Trainer Pep Guardiola sprach von einer «komischen Si­tua­tion» und Thomas Müller bezeichnete die Si­tua­tion als «surreal». «Die Uefa hat entschieden, dass wir da spielen, wo wir jetzt spielen. Das haben wir zu akzeptieren», erklärte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Immerhin mache die Waffenruhe – die allerdings nicht strikt eingehalten wird – den heiklen Ausflug ein Stück entspannter.

Aufgrund der Si­tua­tion haben die Münchner ihren Aufenthalt in Lwiw auf ein Minimum reduziert. Nachdem sie gestern erst am späten Nachmittag angereist sind, werden sie heute gleich nach der Partie wieder nach Deutschland zurückkehren.

Die Rollen sind klar verteilt: Der deutsche Rekordmeister tritt auch auswärts als grosser Favorit an. Mit dem 8:0 in der Bundesliga am Samstag gegen den HSV meldeten sich die Bayern nach einem für ihre Ansprüche mässigen Rückrundenstart eindrucksvoll zurück. Schachtjor hat 2015 noch kein Pflichtspiel bestritten, da die Meisterschaft in der Ukraine erst Ende Monat beginnt. Und auch den Heimvorteil kann Schachtjor, das sich in Brasilien und Spanien auf die Partie vorbereitete, nur bedingt für sich in Anspruch nehmen. «Wir haben in Lwiw nicht dieselbe Kraft wie in der Donbass-Arena, die etwas Spezielles ist», sagte Captain Darijo Srna. Die Statistik unterstreicht die Aussagen des Kroaten, Schachtjor holte in der Vorrunde auswärts mehr Punkte als «zu Hause».

Mit Luiz Adriano kann Schachtjor zumindest auf den besten Torschützen der Vorrunde der Champions League zählen. Neunmal traf der Stürmer in fünf Spielen – achtmal davon gegen BATE Borissow – und damit mehr als Lionel Messi (8) oder Cristiano Ronaldo (5). Insgesamt 13 Brasilianer zählt das Kader des vom Oligarchen Rinat Achmetow finanzierten ukrainischen Meisters der letzten fünf Jahre, der 2011 die Viertelfinals in der Königsklasse erreichte. Schachtjors rumänischer Trainer Mircea Lucescu gab sich vor den Partien gegen den Champions-League-Sieger von 2013 gelassen: «Natürlich ist Bayern Favorit, aber im Fussball ist alles möglich.»

Verletzungssorgen bei PSG

Wesentlich ausgeglichener präsentiert sich die Ausgangslage im zweiten Spiel: Paris St-Germain –Chelsea ist die Neuauflage des letztjährigen Viertelfinal-Duells. Vor knapp zwölf Monaten setzte sich der englische Tabellenführer dank einem späten Tor von Demba Ba zu Hause dank der Auswärtstorregel durch. Während Chelsea aufgrund des frühen Ausscheidens im FA-Cup ein seltenes freies Wochenende geniessen konnte und heute im Parc des Princes ausgeruht und fast in Vollbesetzung antreten kann, klagt das Heimteam.

Mit Yohan Cabaye, Serge Aurier, Lucas und Marquinhos fielen bei PSG beim enttäuschenden 2:2 am Samstag zu Hause gegen Caen gleich vier Spieler mit Verletzungen aus, zudem sind auch der französische Internationale Blaise Matuidi und Thiago Motta angeschlagen. «Schwierige Umstände wie diese können Spieler näher zusammenrücken lassen und die Spieler auch näher zu den Fans bringen», versuchte Trainer Laurent Blanc der Si­tua­tion etwas Positives abzugewinnen.

Der ehemalige französische Internationale ist in seiner zweiten Saison bei PSG gefordert. Für das mit katarischen Geldern alimentierte Team, das zuletzt zweimal in den Viertelfinals der Königsklasse ausgeschieden war, wäre ein frühzeitiges Scheitern eine herbe Enttäuschung. Mit dem Transfer des Brasilianers David Luiz, der im Sommer für 50 Millionen Euro von London nach Paris gewechselt hatte, veredelte der französische Champion sein Starensemble um Zlatan Ibrahimovic, Edinson Cavani und Thiago Silva auf diese Saison hin weiter.

Chelsea steht in Sachen Finanzkraft und Ansprüchen dem französischen Liga-Krösus in nichts nach. Der souveräne Leader der Premier League, der 2012 die Champions League gewonnen hat, gehört neben Real Madrid, dem FC Barcelona sowie Bayern München zu den meistgenannten Anwärtern auf den Einzug in den Final, der Anfang Juni in Berlin ausgetragen wird. Der Triumph ist das Ziel von Trainer Jose Mourinho, der als erster Trainer mit drei verschiedenen Vereinen die wichtigste Klubtrophäe der Welt gewinnen könnte.

Am Mittwoch greift der FC Basel mit dem Hinspiel gegen den FC Porto in die Champions League ein. si

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch