Wiesendangen

Ein Teil der «Kreuzstrasse» soll Wohnungen weichen

Das ehemalige Wiesendanger Restaurant Kreuzstrasse soll teilweise abgerissen und neu gebaut werden.

Der ehemalige Gasthof Kreuzstrasse. Hier soll für 2,6 Millionen Franken ein Neubau mit fünf Wohnungen stehen.

Der ehemalige Gasthof Kreuzstrasse. Hier soll für 2,6 Millionen Franken ein Neubau mit fünf Wohnungen stehen. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Heute ist die Strasse zum Wiesendanger Restaurant Kreuzstrasse eine Sackgasse. Früher war diese Sackgasse die verkehrstechnische Lebensader zwischen Winterthur und Frauenfeld. Doch mit der Eröffnung der Autobahnumfahrung und der neuen Frauenfelderstrasse Ende der 60er-Jahre stand die «Kreuzstrasse» plötzlich im Abseits. Seit fünfeinhalb Jahren wird im Gebäude von 1834 nicht mehr gewirtet.

Nun will Besitzer Jakob Peter die südliche Hälfte durch einen Neubau ersetzen, um darin fünf Wohnungen unterzubringen. Das Baugesuch für den 2,6 Millionen Franken teuren Umbau liegt aktuell auf der Gemeindeverwaltung auf. In der dicken Mappe befindet sich aber noch ein Gesuch um Inventarentlassung des Gebäudes. Denn das ehemalige Restaurant wird von der Gemeinde im vorsorglichen Inventar der kommunalen Schutzobjekte geführt. «Der Bau befindet sich in einem schlechten Zustand, die Grundrisse eignen sich nicht für eine vernünftige Wohnnutzung», schreibt Peter an den Gemeinderat. Eine Wiederaufnahme des Restaurants stehe nicht zur Diskussion.

«Der Bau befindet sich in einem schlechten Zustand, die Grundrisse eignen sich nicht für eine vernünftige Wohnnutzung»Jakob Peter, Besitzer

Das Gutachten zur Schutzwürdigkeit der «Kreuzstrasse» stammt vom Februar 2018. Darin hält die IBID AG aus Winterthur fest, dass dem Gebäude eine kulturgeschichtliche Bedeutung zukomme, weil es als eines der ersten ausserhalb des Dorfkerns erstellt wurde.

Der Rohbausubstanz und dem äusseren Erscheinungsbild des Hauses kämen eine «architektonisch-typologische Zeugenschaft» zu. Die Ausstattung im Innern lege Zeugnis ab über die bäuerliche Wohnkultur dieser Zeit. Allerdings werde der Denkmalwert durch einen «massiven Eingriff in den 80er-Jahren» geschmälert. Damals war unter anderem der von 1898 stammende Tanzsaal zugunsten eines neuen Wohnteils abgerissen worden.

«Massiver Eingriff»

Zudem stammt die südliche Giebelfassade von 1946, als diese um eine Fensterreihe nach Süden erweitert worden war. Wie hoch die Schutzwürdigkeit der «Kreuzstrasse» ist, wird aus dem Gutachten jedoch nicht abschliessend klar. Besitzer Peter beruft sich in seinem Gesuch um Inventarentlassung auf die im Gutachten erwähnten baulichen Eingriffe. Er schreibt aber, dass der sogenannte Situationswert, also die Bedeutung für das Ortsbild, erheblich sei, nachdem die Gemeinde auf eine Einzonung des Gewerbegebiets verzichtet habe und das Restaurant nicht durch Industriegebäude konkurrenziert werde. Dieser Situationswert werde aber auch durch einen Ersatzbau in gleichem Volumen und die Übernahme wesentlicher Gestaltungselemente gewährleistet. Peter schreibt in seinem Schlusssatz angesichts des Umnutzungsbedarfs der «Kreuzstrasse», dass sein Umbauprojekt «eine den öffentlichen und privaten Interessen gleichermassen Rechnung tragende Lösung» sei. Das Baugesuch liegt noch bis am 2. Mai auf, danach entscheidet der Gemeinderat über die Baubewilligung.

Erstellt: 22.04.2019, 20:10 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!