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Ein Wolfsburger im Gepardenfell

Wenn der Begriff Understatement ein Synonym ­benötigte, könnte man es bedenkenlos Golf R nennen. Unter dem doch eher biederen Blechkleid verbirgt der Wolfsburger modernste Fahrwerkstechnik, vereint mit hochpotenter Antriebskraft auf allen vier Rädern.

Die inneren Werte sind es, die den Golf R zu dem machen, was er ist: ein Sportler allererster Güte samt uneingeschränkter Alltagstauglichkeit. Der aufgeladene Zweiliter-Vierzylinder-Benziner katapultiert, so man will und kann, das 1,5 Tonnen wiegende Fahrzeug in weniger als fünf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Und keine Sorge, denn mit dem variablen Allradantrieb wird die Kraft der 300 PS pro­blemlos auf die Strasse transferiert – auch beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven. Da entfaltet sich der Spassfaktor ohne jegliche Einschränkung. 18 Prozent sparsamer und 30 PS stärker ist der neue Golf R ge­gen­über seinem Vorgänger. Wenn man dann zur Tankstelle rollt, sind es im verbrauchsreduzierenden Eco-Modus und dank Start-Stopp-Automatik immerhin neun Liter 98-Oktan-Treibstoff für 100 Kilometer, die sich der R(enner) gönnt; durchschnittlich und mit eher zurückhaltendem Gasfuss gefahren. Allerdings — mit dem neu ausgelegten Sportfahrwerk, der ge­gen­über dem GTI noch einmal um 20 Millimeter abgesenkten Karosserie, den Pneus auf 19-Zoll-Felgen sowie der adaptiven Fahrwerksregelung inklusive Fahrprofilauswahl auf dem Touchscreen sowie dem neuen Race-Modus wird jeder zurückgelegte Kilometer zu einem individuellen Erlebnis. Es lässt sich genüsslich durch die Gegend cruisen – man kann provokativen Mitbewerbern im Strassenraum aber auch die vier verchromten Auspuff­endrohre seitlich des Heckdiffusors zeigen. In seinem Erscheinungsbild lässt sich der Golf R mit seinen dezenten Retouchen ge­gen­über dem GTI mit einem britischen Gentleman im grauen Flanellanzug vergleichen: Es kommt eben nicht nur auf den Stoff an, sondern vielmehr auf die meisterliche Hand des Schneiders. Und da haben die Wolfsburger wahrhaftig Grossartiges geleistet. Da nimmt man in der ersten Reihe tief auf Sitzen Platz, auf denen man sich schon vor dem obligatorischen Anlegen der Sicherheitsgurte wie angeschnallt fühlt. So muss es sein. Im Cockpit herrscht jene zurückhaltende Eleganz, die man seit vielen Jahren vom Golf gewohnt ist, veredelt mit Klavierlackblenden und blau schimmernden Zeigern in den vorbildlich ablesbaren Rundinstrumenten. Wer den Keyless-Access als Option wählt, setzt das brillante Antriebsaggregat auf Knopfdruck in Funktion oder ausser Kraft. Die Tachoskala reicht übrigens bis 320 – obwohl der mit einem Sechsstufen-DSG (mit manueller Eingriffsmöglichkeit via Schaltwippen) gekoppelte Motor bei 250 Stundenkilometern abregelt. Hoch hinaus wollen auch Hersteller und Importeur mit dem Preis. Mit 19 Optionen werden für den Golf R 64?320 Franken fällig. Das ist zwar nicht besonders viel Auto fürs Geld – aber dennoch angemessen für ein Automobil mit einem besonderen Flair, das den Glamourvehikeln auf der Strasse auch gerne mal die Rückseite zeigt. Auf kurvenreichen Strecken sowieso.

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