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Ein Zückerchen im Derby

Zum dritten Mal treffen sich heute der FCW und der FC Schaffhausen, nur ein Mittelfeldteam die Winterthurer, Aufstiegsaspirant die Nachbarn. Bisher siegte jeweils der Gastgeber.

In der Startrunde im vergangenen Juli fuhr der FCW als klarer Favorit zum Aufsteiger nach Schaffhausen – und verlor 1:2. Ende November wars umgekehrt, da kamen die Schaffhauser ein erstes Mal als Spitzenteam und damit als Favorit auf die Schützenwiese – und verloren ziemlich sang- und klanglos 0:2. Vor dem dritten Duell, das zum dritten Mal ein Montags-Fernsehspiel ist, sagt der Schaffhauser Trainer Maurizio Jacobacci: «Ich finde immer noch, dass die Winterthurer ge­gen­über uns in der Favoritenrolle sind. Sie sind immer dort in der Challenge League, wir erst in dieser Saison. Wir haben in Winterthur im Herbst eine klare Niederlage eingefahren. Das war uns eine Warnung. Wir dürfen nicht meinen, wir gingen als Favorit auf die Schützenwiese.» Sie dürften eben, fügt Jacobacci bei, «nicht auf die Tabelle schauen. Sie widerspiegelt nicht, was der FCW für Qualitäten hat, auch wenn er nun eine Saison spielt, die – auch wegen Verletzten – nicht einfach ist.» Wer – notfalls hinter Jacobaccis Rücken ... – auf die Tabelle schaut, sieht ja dies: Einen FC Schaffhausen, der als Tabellenzweiter noch immer erster Rivale des Leaders aus Vaduz ist, der heute allerdings gewinnen muss, will er den Rückstand nicht auf acht oder gar neun Punkte anwachsen lassen. Und man sieht einen FCW im nebligen Mittelland der Tabelle, praktisch ohne Sicht auf den FC Vaduz, der seit gestern 23 Punkte mehr hat. Allerdings auch ohne Sicht zum Letzten aus Wohlen, der 19 Punkte weniger hat. Unterschiedliche Ziele Für die Schaffhauser gehts heute also um nichts weniger als darum, ihre Aufstiegschance auf dem Niveau des Realistischen zu halten. Zweimal in Folge verloren haben sie in dieser Saison noch nicht; erst zweimal blieb ihre Offensive um Patrick Rossini und Gianluca Frontino ohne Tor, beim 0:2 in Winterthur und, vor einer Woche, beim 0:2 auf der heimischen Breite im Spitzenspiel gegen Vaduz. Für die Winterthurer geht es in diesem Derby tabellarisch um viel weniger, denn sie können sich mit einem Sieg einzig wieder auf Platz 5 verbessern, was für den Lauf der Fussballwelt nicht von grösserer Bedeutung ist. Aber die Matches gegen die Schaffhauser und dann in einer Woche gegen Vaduz sind noch rare Gelegenheiten, den Zuschauern ein Zückerchen zu bieten. Eine gewisse Unruhe in jenen Kreisen ist nach der mässigen Zwischenbilanz mit gleich vier Auswärtsniederlagen in Folge ja nicht mehr zu übersehen. Aber es war zumal im Umfeld der jüngsten Niederlage in Wohlen auch Unruhe um die Mannschaft nicht zu ignorieren. Es ist da schon eine möglichst klare Linie auch in der Vorbereitung der neuen Saison zu wünschen. Was die Mannschaft heute betrifft, ist noch offen, ob Captain Stefan Iten ins Aufgebot zurückkehrt oder Daniel Sereinig. Iten absolvierte am Samstag beim 0:2 der U21 gegen den gleichklassigen FC Schötz einen einstündigen Fitnesstest, im Falle Sereinigs gehts noch immer um die Anwendung einer Vertragsklausel, die bei einer gewissen Zahl an Spielen eine Verlängerung vorsieht. Erstmals auf dem Matchblatt des FCW steht der Name von Amin Tighazoui (25), des Technikers mit marokkanischer Abstammung und französischem Pass. Eine Woche später muss er dann pausieren, denn es entspricht den Modalitäten des kurzfristigen Transfers, dass er gegen seinen bisherigen Verein, Vaduz, nicht antreten darf. Ins Team zurückkehrt heute, nach überstandener Krankheit, Gianluca D’Angelo. Gegen Schötz übrigens spielten nicht nur Iten und Tunahan Cicek, der zweite Neue, es spielte in den letzten 30 Minuten auch ein gross gewachsener Grieche: Erstmals seit Anfang Dezember 2012 machte Savvas Exouzidis wieder einen Gehversuch im Spiel einer Fussballmannschaft! Und tags dar­auf konnte er immer noch laufen ... (hjs)

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