Zum Hauptinhalt springen

Ein Zuhause für Demenzkranke

Herzlichkeit und Einfühlungsvermögen sollen Demenzkranke im Alterszentrum Bruggwiesen in Effretikon erfahren. Ein spezielles Stofftier könnte dem Personal dabei helfen.

Sie hat grosse, sanfte Augen, wackelt mit den Flossen und fiepst bei Streicheleinheiten: eine weisse Stoffrobbe, die mit Hightechsensoren vollgepackt ist und bei Demenzkranken als Kuscheltier zum Einsatz kommt. Nicht selten beginnen sich Betroffene wieder zu öffnen und zu sprechen, nachdem sie sich komplett zurückgezogen hatten. Margrit Lüscher, Geschäftsleiterin des Alterszentrums Bruggwiesen in Effretikon, und ihr Team denken derzeit über eine Anschaffung des in Japan entwickelten Robbenroboters nach. «Aber nur, wenn das ganze Personal dahinterstehen kann.» Und: «Die Robbe darf auf keinen Fall als Massnahme gegen den Personalmangel verstanden werden.» Eins-zu-eins-Betreuung Seit dem 1. Februar ist das sogenannte Wohnen für Menschen mit Demenz im «Bruggwiesen» eröffnet. Derzeit wohnen 16 Menschen in den insgesamt 18 zur Verfügung stehenden Einzelzimmern. Weil die Betreuung aufwendig ist, stehen rund 20 Vollzeitstellen für diese Bewohner zur Verfügung. Ist die Abteilung nicht ausgelastet, helfen die Mitarbeiter in den anderen aus. Es sei noch immer sehr schwierig, qualifiziertes Personal zu finden, sagt Lüscher. Auch könne jeweils nicht im Voraus gesagt werden, welcher Aufwand für die Betreuung der Bewohner anfallen werde. Derzeit leben 130 Bewohner im «Bruggwiesen», 149 Zimmer stehen in den beiden Häusern zur Verfügung. Noch ist die Abteilung für Demenzkranke in der Aufbauphase. In diesem Jahr sollen etwa noch zwei Rundlaufgärten auf den beiden Terrassen realisiert werden. Margrit Lüscher hat sich zum Ziel gesetzt, «ein Stück Thailand ins Alterszentrum zu bringen». Nicht selten herrsche die Meinung vor, dass ältere Menschen in Thailand besser versorgt würden, weil die Thailänder herzlicher mit ihren Mitmenschen umgingen. Die Zen­trumsleiterin achtet deshalb auf einen guten «Personalmix». Nebst einer guten Ausbildung seien Eigenschaften wie Herzlichkeit und Empathie gefragt. «Es braucht Mitarbeiter, die keine Berührungsängste haben und wahrnehmen, was die Bewohner brauchen.» Demenz ist ein Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, die meistens mit einer Erkrankung des Gehirns einhergeht. Das manifestiert sich durch Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit, Sprachstörungen, Müdigkeit und Antriebsverlust. Betroffene verändern sich in ihrer Persönlichkeit. Weil Demenzkranke mit der Umwelt nicht mehr klarkämen, müsse sich die Umwelt ihnen anpassen, sagt Lüscher. Stehe beispielsweise ein Bewohner nachts immer auf, weil er das Licht löschen möchte, obwohl es von selbst ausgeht, «dann deaktivieren wir das automatische Beleuchtungssystem und stellen eine Ständerlampe hin». Sie versuchten also stets, individuell auf die Bewohner einzugehen – wenn nötig, auch mit baulichen Massnahmen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch