Zum Hauptinhalt springen

Eine Ära bahnt sich an

Der dritthöchste Sieg in einer Super Bowl brachte den Seattle Seahawks den ersten Meistertitel in der NFL ein.

Die Denver Broncos liessen sich im MetLife-Stadium demontieren. Im Duell der besten Offensive (Denver) und der besten Defensive (Seattle) waren die Seahawks sofort überlegen. 22:0 führten sie zur Pause und später 36:0. Das 43:8 war das drittklarste Resultat in einem NFL-Final. Auch die höchste Niederlage ging auf Kosten der Denver Broncos, als sie 1990 gegen die San Francisco 49ers 10:55 den Kürzeren gezogen hatten. Mit fünf verlorenen Super Bowls sind die Broncos nun «Rekordhalter», die beiden einzigen Triumphe gelangen 1998 und 1999. Die Seahawks ihrerseits, die Microsoft-Mitbegründer Paul Allen gehören, holten bei der zweiten Teilnahme (nach 2005) den ersten Sieg. «Wir haben daran geglaubt, dass wir es schaffen können. Wir hatten das Talent, die Trainer und die besten Fans der Liga», jubelte Seattles fehlerloser Quarterback Russell Wilson. Er ist mit 25 Jahren und zwei Monaten der drittjüngste Quarterback als Super-Bowl-Champion. 18 seiner 25 Zuspiele sorgten für einen Raumgewinn von insgesamt 206 Yards. «Er ist unser General. Es ist unglaublich, wie fokussiert er sich jeweils auf seine Einsätze vorbereitet», sagte Seattles Wide Receiver Percy Harvin. Schon vor Saisonbeginn hatte Wilson seinen Mitspielern den Titelgewinn ins Unterbewusstsein getrichtert: «Weshalb nicht wir?» Mannings «MetLife-Krise» Zum wertvollsten Spieler (MVP) des Finals wurde allerdings nicht der Quarterback, sondern Linebacker Malcolm Smith gewählt. «Ich habe mir als Kind immer vorgestellt, dass ich grossartige Spielzüge mache, aber nie gedacht, dass ich MVP werden könnte.» Der Matchwinner war vor Spielbeginn noch damit zufrieden gewesen, «dabei sein zu können». Er und alle seiner Teamkollegen standen zum ersten Mal in einer Super Bowl. Die Seahawks stellten in dieser Saison das zweitjüngste NFL-Team. Es könnte sich eine neue Ära anbahnen. Für Seattles Trainer Pete Carroll (62) war der Triumph die logische Folge einer gezielten Aufbauarbeit. «Das ist ein fantastisches Team. Wir haben vier Jahre für diesen Moment gearbeitet und sind nie von unserer Linie abgewichen.» Denvers Quarterback Peyton Manning erlebte derweil den wohl bittersten Moment seiner Laufbahn. Mit zwei Fehlpässen hatte er in der ersten Hälfte den Untergang eingeleitet. Er suchte vergeblich nach einer Erklärung. «Wir hätten überragend gut sein müssen – aber das ist uns nicht mal ansatzweise gelungen», sagte der 37-Jährige. «Manning in der MetLife-Krise», wurde noch während des Spiels auf Twitter gespottet. Im März soll sein operierter Nacken eingehend untersucht werden. Rücktrittsspekulationen wies er gleich nach der bitteren Niederlage noch von sich: «Ich will weitermachen. Diese Niederlage ändert nichts daran. Im Gegenteil, wir werden sie als Motivation nutzen.» Die «Denver Post» holte derweil zum Rundumschlag aus: «Die Broncos litten unter entsetzlichem Lampenfieber, das in Panik ausartete, zu einem Desaster führte und in einer Demütigung endete.» In Seattle wiederum stürmten Zehntausende von Menschen trotz Minustemperaturen auf die Strassen und feierten diesen ersten Titel. (spg/red)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch