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Eine Alternative mehr

Nikosia. Haris Seferovic traf auf Zypern zwar auch nicht ins Tor, aber er empfahl sich Ottmar Hitzfeld als weitere Variante für die Offensive.

Ottmar Hitzfeld musste auf seinem Zimmer im «Cyprus Hilton Hotel» in Nikosia angesichts der zahlreichen Chancen, die sein Team im GSP Stadium vergab, schier verzweifeln. Er konnte aber auch zufrieden sein, denn er musste sich nicht den Vorwurf gefallen lassen, auf das falsche Personal gesetzt zu haben. Gerade der Stürmer Haris Seferovic, den Hitzfeld Eren Derdiyok vorzog und erstmals in die Startformation nahm, zeigte eine gute Leistung. Auch wenn der krönende Abschluss im Wortsinn fehlte.

«Ich bin zufrieden mit mir und konnte zeigen, was ich draufhabe», sagte Seferovic nach dem Spiel. Der Novara-Stürmer aus der Serie B machte vieles richtig. Bei seinen ersten zwei guten Szenen spielte er uneigennützig und bediente zweimal Xherdan Shaqiri in der Mitte. Einmal schoss der Bayern-Spieler knapp daneben, einmal kam er einen Schritt zu spät. Den gefährlichsten eigenen Abschluss hatte Seferovic spät. In der 89. Minute hatte er den Matchball auf dem Fuss. Mit dem Rücken zum Tor kam er an den Ball, verzögerte kurz und scheiterte schliesslich am zyprischen Keeper Giorgallidis. Seferovic: «Ich geriet etwas in Rücklage, kam aber doch noch zum Schuss. Der Goalie hat einfach sehr gut gehalten.»

Kein Verlierer

Das erlösende Tor oder der entscheidende Assist blieb Seferovic verwehrt. Doch der 20-jährige Innerschweizer bleibt für die Zukunft eine Option. Selbst wenn Eren Derdiyok in Hoffenheim wieder zu Spielpraxis kommt, kann man sich Seferovic in der Startformation vorstellen. «Ich weiss nicht, ob ich meine Chance definitiv gepackt habe. Mal schauen, wie die nächsten Wochen in Novara verlaufen. Dann entscheidet der Trainer, wer im Rückspiel zum Einsatz kommt.»

Mit der Nomination von Seferovic hat Hitzfeld in Nikosia einmal mehr bewiesen, dass er der Jugend vertraut. Wie damals im Juni 2011, beim ersten Spiel nach dem Umbruch, als Hitzfeld im Wembley gegen England den 18-jährigen Granit Xhaka überraschend in die Startformation beförderte, setzte er auch diesmal ein mutiges Zeichen. «Der Trainer hat mir zwei Tage vor dem Spiel ein erstes Zeichen gegeben und gesagt: ‹Bereite dich vor, wie wenn du von Anfang an spielen würdest›», sagte Seferovic. Den definitiven Entscheid teilte Hitzfeld dem jungen Mann dann am Freitagabend mit. Nach bloss 189 Serie-A-Minuten für Lecce und Fiorentina sowie fünf Toren in sieben Serie-B-Partien für Novara kam es in Nikosia für Seferovic nicht zum Happy End. Doch ein Verlierer war der Stürmer in Nikosia trotz der Nullnummer ganz sicher nicht. (si)

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