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Eine «coole Sache»

Die Kloten Flyers erfahren heute Abend, wer ihr Finalgegner ist. Gestern absolvierten sie ein individuelles Trainingsprogramm.

Die Kloten Flyers und ihre Finalteilnahmen. Viermal siegten sie, von 1993 bis 1996, noch als EHC Kloten. Sie sind mit jenen vier Titeln, errungen gegen Fribourg (2), Zug und Bern, die letzten Seriensieger im Schweizer Playoff-Eishockey. Viermal verloren sie, 1987 und 1988 gegen Lugano, 2009 und 2011 gegen den HC Davos. Einer war immer dabei: Felix Hollenstein. Doch der Trainer, der es in seiner ersten Saison gleich in den Final geschafft hat, mag es nicht, wenn er in den Mittelpunkt gerückt wird. «Die sind wichtig», sagt er und deutet Richtung Eisfeld, wo knapp die Hälfte der Mannschaft am Tag nach dem Finaleinzug die letzten Übungen hinter sich bringt. Die andern Spieler betätigten sich im Kraftraum. Ganz ähnlich wie Hollenstein verhielt sich vor mehr als 20 Jahren der Mann, der die Klotener Meisterserie einleitete. Kein anderer Coach hat Felix Hollenstein so beeindruckt und in seiner Art geprägt wie der Schwede Conny Evensson. Auch der rückte die Mannschaft stets in den Vordergrund, wenn es gut lief. Wenn es schlecht lief, übernahm er die Verantwortung. Und auch Evensson hielt nichts von öffentlicher Kritik, nie hat er sich vor den Medien negativ über einen seiner Spieler geäussert. Oder einen zu stark gelobt. Ausser Reto Pavoni, den Meistergoalie. Und wie sagte doch Hollenstein am Dienstagabend: «Der beste Goalie der Liga spielt bei uns. Martin Gerber.» Das Medieninteresse heute ist um einiges grösser als vor 21 Jahren, Hollenstein muss einen grösseren Aufwand als Evensson leisten, um sich aus dem Mittelpunkt zu nehmen. Er schafft das, er schiebt seine Emotionen zur Seite. «Eine coole Sache» sei dieser Finaleinzug schon, sagt er. «Aber wir haben noch nichts erreicht.» Aber sehr viele haben etwas dazu beigetragen, damit die Flyers den Final erreichten. Simon Bodenmann, der während der Saison immer wieder von Verletzungen geplagt war, steigerte sich von Match zu Match – und weist nun die beste Plus/Minus-Bilanz des Teams in den Playoffs auf. Oder Josh Hennessy, der in der KHL bei Witjas Tschechow nicht glücklich und von Kloten als Ersatzmann für die Playoffs verpflichtet wurde. Noch Ende Februar schien er nicht gut genug, in der Zwischenzeit hat er mit Fitnesstrainer Fredy Rothen zusätzliche Arbeit geleistet. In seinen vier Einsätzen anstelle des gesundheitlich angeschlagenen Peter Mueller leistete der Amerikaner stets wichtige Beiträge. Pro Match erzielte er einen Skorerpunkt. Er steht bei drei Assists und dem wichtigen Tor vom Dienstagabend. Aber nur im Powerplay tritt er in der ersten Formation auf, ansonsten muss er sich mit Rollen im dritten oder zweiten Block zufrieden geben. Aber er spielt sie hervorragend. Man könnte sich vorstellen, dass er seinen Platz im Team so lange behalten kann, bis Mueller wieder 100-prozentig fit ist. Doch auch das werden die Trainer entscheiden, und sie haben in dieser Hinsicht in den vergangenen Wochen sehr vieles richtig gemacht. Bodenmanns Beförderung an die Seite von Tommi Santala und Matthias Bieber ist das jüngste Beispiel von Korrekturen, die aus guten Flyers ein Team machten, das die ganze Eishockey-Schweiz in Staunen versetzt. Fribourgs Präsident Charles Phillot lobte Kloten: «Wir haben einige Fehler begangen, die gegen andere Teams ohne Folgen geblieben wären. Kloten aber hat uns brutal bestraft. Unser Scheitern war keine Schande. Wir sind gegen ein besseres Team ausgeschieden. Aber wir kommen nächstes Jahr wieder.» Ein weiteres Mal verpasste es Gottéron, endlich den ersten Pokal zu holen. Sie würden wohl eher bei den Euromillions den Haupttreffer als einmal den Titel gewinnen, kommentierte ein enttäuschter Anhänger aus der Westschweiz.

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