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Eine hohe Wertschöpfung als Ziel

Der Bund will, dass der Militärflugplatz Dübendorf der Fliegerei erhalten bleibt, und setzt auf private Partner für den Betrieb. Wie dieser aussehen soll, dazu gibt es bereits ziemlich konkrete Vorstellungen.

Bereits vor einigen Wochen hat die auf dem Dübendorfer Flugplatz domizilierte Stiftung «Museum und historisches Material der Luftwaffe» (MHMLW) bei Verteidigungsminister Ueli Maurer (SVP) ihr Interesse am Flugplatzbetrieb angemeldet. Die Stiftungspräsidentin und frühere Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP) bestätigte eine Meldung des «Tages-Anzeigers» vom Freitag. Geplant sei die Gründung einer breit abgestützten Betriebsgesellschaft. Für Fuhrer geht es nicht darum, dass alle Kleinflugzeuge und Business-Jets vom Zürcher Flughafen übernommen werden. Sie sieht vielmehr einen «bevölkerungsverträglichen Weiterbetrieb» des Flugplatzes, um das aviatische Knowhow zu erhalten.

Bis 20 000 Starts pro Jahr

Auch der Luftfahrtsdachverband ­Aerosuisse hat gemäss Vizepräsident Dieter Neupert ein Konzept für den Flugplatzbetrieb ausgearbeitet. Es sieht 14 000 bis 20 000 Starts und Landungen pro Jahr vor. Geflogen würde werktags zwischen 7 und 19 Uhr. Die Piste soll in der bisherigen Länge bestehen bleiben. Wenn möglich sollen die An- und Abflüge über den Greifensee erfolgen. Wichtig sei eine hohe Wertschöpfung pro Flugbewegung.

«Wir möchten vor allem Flüge, die viele Arbeitsstunden generieren», sagte auch Kurt Waldmeier, CEO des Air Force Center auf dem Flugplatz. Die Rundflüge mit den historischen Maschinen sollen weitergeführt werden und Rettungstransporte über die Flugpiste abgewickelt werden. Zudem möchte Waldmeier weitere Flugunterhaltsbetriebe ansiedeln. Der Flugplatz soll sporadisch auch – wie bisher während des World Economic Forum (WEF) – als Parkplatz für Privatjets dienen können. Die Freizeitaviatik und den Schulflugbetrieb wünscht sich der Aerosuisse-Vertreter Neupert nicht auf dem ehemaligen Militärflugplatz. Aber für die Luftwaffe könne Dübendorf ein Ersatzflugplatz bleiben.

Den Stadtrat Dübendorf trafen am Donnerstag die Absichten des Bundesrates, an einer fliegerischen Nutzung des Flugplatzes festzuhalten, «wie ein Blitz aus heiterem Himmel». Wie die beiden anderen Standortgemeinden Volketswil und Wangen-Brüttisellen und der Zürcher Regierungsrat setzt er sich seit Langem gegen eine zivile Fliegerei in Dübendorf – ausser jener der Rega – ein.

Innovationspark bleibt möglich

Die jetzt kommunizierten Absichten des Bundesrates stünden in komplettem Widerspruch zu den bisherigen Diskussionen über die Nutzung des Areals als bedeutenden Innovationspark von nationalem Interesse und internationaler Ausstrahlung, schreibt der Dübendorfer Stadtrat. Nach Ansicht des Vereins Swiss Innovation Park kann ein solcher Innovationspark allerdings auch dann gebaut werden, wenn an einem Flugbetrieb festgehalten wird, wie es in einer gestern versandten Mitteilung heisst. Die Absicht des Bundes schränke die Realisierung eines Innovationsparks zwar ein, verunmögliche sie aber nicht. Dennoch bedeute ein fliegerischer Weiterbetrieb eine Einschränkung in der Umnutzung und stelle «eine verpasste Chance» dar, weil das Gelände nicht dem Potenzial entsprechend genutzt werden könne, heisst es in der Mitteilung.

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