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Eine Insel soll helfen, Kosten zu sparen

Die Primarschule Elgg geht neue Wege: Sie nimmt künftig Schüler, die wiederholt den Unterricht stören, aus dem Klassenzimmer. Das Projekt dauert zwei Jahre.

«Die Kosten im sonderpädagogischen Bereich explodieren», sagte Britt Schefer, Ressortvorsteherin Schülerbelange der Primarschulpflege Elgg, am Dienstagabend an der Gemeindeversammlung. Die Behörde habe sich deshalb überlegen müssen, wo sie den Hebel ansetze. In Birmensdorf ist sie auf ein erfolgversprechendes Projekt gestossen, das sie nun per kommendem Schuljahr auch in Elgg einführen will. «Es entspricht unserer Schule», sagte Schefer vor 70 Anwesenden. Sie stellte klar, dass es sich beim Projekt Schulinsel um einen zweijährigen Versuch handle, «den wir sofort abbrechen, falls er nicht funktioniert». Ziel des Projekts ist es, Einzelschulungen oder Time-out-Lösungen zu verhindern und somit Kosten zu sparen. Erzieherische Aufgaben Der Schulalltag habe sich in den letzten Jahren gewandelt. Die Lehrpersonen müssten neben dem Unterricht immer mehr disziplinarische und erzieherische Schwierigkeiten lösen. Die Schüler, die sich wiederholt regelwidrig verhalten, den Unterricht stören und im Klassenzimmer nicht mehr tragbar sind, sollen dar­um für eine befristete Zeit aus dem Klassengefüge herausgenommen und separat unterrichtet werden. «Für die Lehrperson ist das eine Entlastung, für den Schüler bedeutet es Arbeit», sagte Schefer. «Wir betreiben keine Kuschelpolitik.» Denn die Schüler müssen die Si­tua­tion reflektieren und Arbeits- sowie Verhaltensstrategien erarbeiten. Die Eltern werden einbezogen und müssen mitarbeiten. Nach maximal drei Wochen soll der Schüler wieder in die Klasse integriert werden. Die Schulinsel soll im Computerzimmer eingerichtet werden, das künftig nicht mehr benötigt wird. Für die Betreuung der Schüler sucht die Schulpflege eine Fachperson für ein 65-Prozent-Pensum. Die Person ist immer dann anwesend, wenn der Unterricht stattfindet. Jährlich 80 000 Franken Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf jährlich 80 000 Franken. Darin enthalten ist etwa auch der Container, in dem während der Umbauphase des Schulhauses die Schulinsel stattfinden soll. «Wir können uns die Ausgaben eigentlich nicht leisten», sagte Michael Wanner, Präsident der Rechnungsprüfungskommission. Trotzdem müsse man dem Projekt eine Chance geben, um den Kosten im sonderpädagogischen Bereich Gegendruck zu geben. «Sollte es nichts nützen, müssen wir es abklemmen», sagte er. Dieser Meinung waren auch andere Versammlungsteilnehmer. Die Schulpflege müsse den Versuch analysieren und dann nochmals vor die Gemeindeversammlung treten. Ein Votant zeigte sich besorgt, dass die Pflege keine geeignete Fachperson finden würde. «Uns ist klar, dass wir eine Art Superheld suchen», sagte Schefer. Die Stimmberechtigten liessen sich schliesslich von den Vorteilen des Projekts überzeugen und genehmigten es ohne Gegenstimme wie auch die Rechnung 2013.

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