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Eine Krankheit, drei Ursachen

Bei einer Diabeteserkrankung – der Volksmund spricht von Zuckerkrankheit – können die zuständigen Zellen der Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produzieren. Das Hormon ist für die Senkung des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit zuständig und ermöglicht die Aufnahme des Zuckers in die Zellen. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Blutgefässe. Dies kann gravierende Konsequenzen nach sich ziehen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nieren- und Augenschäden bis zur Erblindung und schlechte Wundheilung, welche im schlimmsten Fall sogar eine Amputation nötig machen kann. Gefährlich für Diabetiker sind auch starke Über- oder Unterzuckerung, die bis zu komatösen Zuständen führen können. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Formen:

K Der Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Er kann in jeder Lebensphase auftreten, oft bereits in jungen Jahren und ebenso bei schlanken Personen. Vorbeugemassnahmen gibt es keine. Die Fachleute sind sich nach wie vor im Unklaren, wieso das Immunsystem plötzlich die Insulin produzierenden Zellen angreift. Übertriebene Sauberkeit, Umweltgifte, Viren, Bakterien, Vitamin-D-Mangel oder eine genetische Veranlagung könnten mit im Spiel sein – doch bestätigt sind diese Hypothesen nicht. Ebenfalls unbekannt ist, wieso auch dieser Diabetestyp in letzter Zeit etwas häufiger auftritt. In der Schweiz leben rund 40 000 Menschen mit der Krankheit.

K Der Diabetes mellitus Typ 2 wird von Übergewicht und Bewegungsarmut begünstigt. Die früher als Altersdiabetes bezeichnete Krankheit ist in den Industrieländern beängstigend im Zunehmen begriffen. Sie tritt immer häufiger bereits in jüngeren Jahren auf, zum Teil sogar bereits bei Kindern. In der Schweiz leiden schätzungsweise 400 000 Menschen an einem Diabetes Typ 2. Doch auch in Entwicklungsländern breitet sich die Krankheit immer mehr aus. Sozial schwächere Schichten sind prozentual häufiger betroffen. Weltweit sollen es fast 9 Prozent sein.

K Auch in der Schwangerschaft ist Diabetes eine relativ häufige Komplikation. Sie tritt auf, wenn die Frau nicht genügend Insulin für sich selber und das Kind produzieren kann. Wird dies nicht erkannt und behandelt, kann die Krankheit zu übergrossen und schweren Babys führen sowie zu ernsthaften Krankheiten beim Kind. Bei der Mutter normalisiert sich der Blutzucker nach der Geburt meist von selber wieder. Die Krankheit bleibt oft lange unentdeckt. Ein Hinweis auf Diabetes kann starkes Durstgefühl sein, eventuell kombiniert mit vermehrtem Wasserlassen, Müdigkeit und Schwäche.

Technik unterstützt Betroffene

Mit den genaueren Blutzuckermessgeräten und den besseren Insulinpräparaten können Diabetiker heutzutage viel besser eingestellt werden. Technische Gerätschaften wie Insulinpumpen, die eine Verabreichung in kleineren, aber häufigeren Dosen ermöglichen, oder Apparate, welche bei der Berechnung der benötigten Insulinmenge helfen, unterstützen Betroffene im Umgang mit ihrer Krankheit. Automatische Blutzuckermessungen durch einen Sensor im Unterhautfettgewebe sind bei unerklärlichen Schwankungen hilfreich. Forscher arbeiten daran, automatische Pumpen mit Messgeräten zu koordinieren und damit sozusagen eine künstliche Bauchspeicheldrüse zu schaffen. Die Innovation lässt jedoch noch auf sich warten.

Mussten Diabetikerinnen und Diabetiker früher einen sehr regelmässigen Tagesablauf pflegen und Diät halten, so können sie heute die Insulindosis dem bevorstehenden Menü anpassen und auch einmal ausschlafen. Im Gegensatz zu den Typ-2-Diabetikern, die häufig auch hohen Blutdruck und erhöhte Cholesterinwerte aufweisen, leben die meisten Typ-1-Diabetiker recht gesund. Denn sie müssen sich zwangsläufig schon früh im Leben mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Wenn sie zuverlässig sind und kompetent beraten werden, können sie von einer normalen Lebenserwartung ausgehen. (asö)

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