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Eine Linie – drei Tore

MÜNCHEN. Die Schweizer Eishockeyaner schlugen zum Auftakt des Deutschland-Cups die Slowakei 3:2 (1:0, 2:1, 0:1), Simon Bodenmann war zweifacher Torschütze.

Die erste Schweizer Sturmlinie mit den Klotenern Simon Bodenmann und Dennis Hollenstein sowie dem Genfer Kevin Romy sowie Torhüter Martin Gerber führten die Schweizer zum Sieg. Die erste Linie erzielte alle drei Schweizer Tore; Romy bereits nach 16 Sekunden. In der Schlussphase des zweiten Abschnitts schoss Bodenmann innerhalb von vier Minuten das 2:0 und das 3:1. Der dritte Treffer fiel lediglich 29 Sekunden nach dem ersten slowakischen Anschlusstreffer. Bodenmann erzielte im sechsten Länderspiel seine Tore Nummer 2 und 3.

Einen starken Einsatz unter speziellen Umständen zeigte Goalie Martin Gerber mit 35 Paraden. Am Morgen erst hatte er vernommen, dass es sein guter Freund «Wale» Gerber, mit dem er 1998 in Langnau in die NLA aufgestiegen ist, nicht durch die Nacht geschafft hatte (vgl. Seite 36). Noch am Mittwoch hatte Martin Gerber das Nationalmannschafts-Camp verlassen und den Stürmer ein letztes Mal am Krankenbett besucht. Coach Sean Simpson überliess es Gerber, ob er mit nach München fahren wolle. Am Freitag stellte er ihm auch frei, ob er gegen die Slowakei spielen wolle oder nicht. Der Emmentaler zeigte eines seiner allerbesten Länderspiele.

Eine feine Nase

Die Slowaken waren im ersten Abschnitt leicht und im zweiten Abschnitt gar klar überlegen. Dazu bestürmten sie in der Schlussphase, nachdem Michal Sersen vier Minuten vor Schluss auf 2:3 verkürzt hatte, nochmals mit grosser Vehemenz das Schweizer Tor. Aber Gerber liess den Ausgleich nicht mehr zu. In der allerletzten Sekunde parierte er den Abschlussversuch von Andrej Stastny, seine 35. Parade war keinesfalls eine leichte.

Nicht nur wegen des Todes von Walter Gerber war es eine schwierige Aufgabe für Martin Gerber. In der schwedischen Meisterschaft ist er beim Tabellenletzten Rögle zuletzt unter Druck geraten. Drei der letzten vier Partien spielte Jonas Fransson, die Nummer 2 Rögles. Gerber feierte in dieser Saison erst zwei Siege, Fransson trotz deutlich weniger Einsätzen schon drei.

Jedoch in der Nationalmannschaft war der 38-jährige Martin Gerber einmal mehr der sicherste Wert von Sean Simpson. «Es spielt mir keine Rolle, ob der Goalie 38 oder 58 oder 17 ist, solange er die Schüsse pariert. Martin Gerber stellt in unserem Tor eine enorme Präsenz dar.»

Eine feine Nase bewies Simpson bei der Zusammenstellung des ersten Blockes, der alle drei Schweizer Tore erzielte. «Schwierig war das aber nicht», so Simpson. «Bodenmann und Hollenstein harmonieren auch in Kloten sehr gut zusammen. Dort spielen sie mit dem Lockout-Spieler Brooks Laich. Romy ist Linkshänder wie Laich und ein ähnliches Schlitzohr wie der Kanadier. Diese Linie musste funktionieren.»

Sie sorgte vorne für die Differenz. Die Schweizer gaben den Vorsprung nie mehr aus der Hand, obwohl im ersten Länderspiel der Saison noch längst nicht alles gefiel. Sie leisteten sich beispielsweise in der eigenen Zone viel zu viele Scheibenverluste, liessen slowakische Stürmer im Slot unbedrängt stehen und produzierten viel zu viele Strafen (10). Aber im Gegensatz zur WM im Frühling, als mit einem 0:1 gegen die Slowakei die Viertelfinals verspielt worden waren, stand diesmal das Glück auf Seiten der Schweizer.

Für die Schweiz folgt am Deutschland-Cup heute Nachmittag das zweite Turnierspiel gegen Gastgeber Deutschland. Gegen die Deutschen wird der Bieler Keeper Reto Berra das Tor hüten. Zum Turnierabschluss spielen die Schweizer am Sonntagnachmittag noch gegen eine Auswahl von in Europa engagierten Kanadiern. (si)

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