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Eine mittelmässige Vorbereitung

Im Anlauf auf die Meisterschaft ist den Flyers resultatmässig wenig gelungen. Kommt für den Finalisten mit dem «richtigen» Saisonstart die Korrektur zum Guten?

Vor einem Jahr quälten sich die Kloten Flyers in der Vorbereitung regelrecht mit dem Toreschies­sen. Eines pro Match war der gefühlte Durchschnitt. Mit dem Saisonstart gegen den HC Davos änderte sich alles. Die Flyers erzielten an einem spektakulären Abend fünf Tore. Und im Frühling standen sie für viele überraschend im Playoff-Final. Auch in der Vorbereitung auf die Saison 2014/15 gelang den Flyers relativ wenig. Sie schlugen den NLB-Klub HC Thurgau zwar 6:0, nachher aber setzte es sechs Niederlagen in Folge ab. Wieder war die Torausbeute relativ gering. Keine Parallele allerdings gab es bei den Werten in die andere Richtung. Im Frühherbst 2013 hatte sich die Klotener Defensive kaum überwinden lassen, ein Jahr später fanden sehr viele Pucks den Weg ins Tor. «Wir haben mit Blum und Du Bois zwei sehr gute Verteidiger verloren», sagt Trainer Felix Hollenstein. «Die jungen wie Frick und Harlacher werden einmal sehr gut sein, aber sie brauchen noch Zeit.» Es war auffällig, wie viele Treffer Kloten in Unterzahl hinnehmen musste. Teilweise wegen neuer Spieler und fehlender Abstimmung. Das hat sich in den zwei letzten Champions-League-Partien verbessert gezeigt. 45 Punkte Muellers fehlen Was auffällig ist und doch von vielen unterschätzt wird: Peter Mueller ist nicht mehr im Team. Der Amerikaner, der vor einem Jahr zusammen mit Jim Vandermeer als «Last-minute-Ausländer» kam, hatte grossen Anteil daran, dass die Flyers den Weg in die Playoffs relativ locker schafften. Mit 45 Punkten war er drittbester Skorer der Liga. Mueller versucht sich in der NHL bei den St. Louis Blues, die Aussichten auf einen Platz sind bescheiden. Der 26-Jährige aber hat einen Zweiwegvertrag unterzeichnet, würde er in die AHL abgeschoben, müsste man ihn zuerst aus dem Kontrakt lösen – wenn man Mueller wollte. Aber vielleicht kommt an seiner Stelle ein anderer Mann als vierter Ausländer. Als sicher darf man in dieser Angelegenheit annehmen: Allzu lange werden die Flyers nicht dar­auf beharren, nur mit den drei Ausländern Santala, Dupont und Vandermeer zu spielen. Spätestens seit der Einführung der Playoffs – aber eigentlich schon früher – weiss man im Schweizer Eishockey, dass die Ausländer die Musik machen. In Kloten könnte das nur anders sein, wenn alle Nationalspieler und Teamstützen in Topverfassung sind. Das waren sie in der Vorbereitung aber definitiv noch nicht. Vielleicht haben nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Spieler vergessen, mit welch grossem Aufwand und auf welche Art sie sich letztes Jahr in den Final vorkämpften. Die Leidenschaft und der Kampf waren Trumpf der Mannschaft, in dieser Beziehung hat die Ausgabe 2014/15 noch einiges Steigerungspo­ten­zial. Auch wenn zum Beispiel Tommi Santala sagt: «Ab Freitag geht es los, dann werden wir anders auftreten.» So leicht ist es nicht, den Schalter zu drehen. Schon vor der Saison verlängerten die Flyers mit Martin Gerber, Jim Vandermeer und Lukas Stoop. Es gibt noch eine Reihe weiterer Spieler, deren Verträge auslaufen: Michael Liniger, Victor Stancescu, Romano Lemm, Gian-Andrea Randegger, Cyrill Bühler, Marcel Jenni und Jonas Müller. Der eine oder andere wird Platz machen müssen für einen jüngeren. Ein Nachwuchsmann hat den Schritt mit grossem Engagement und starken Leistungen schon geschafft. Vincent Praplan erzielte in der Champions League drei von vier Klotener Toren. Der Flügel kann eine der Entdeckungen der Saison werden.

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