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Eine Nummer für sich

BMW schliesst die Reihen in der hauseigenen Nummernrevue: Das bisherige 3er-Coupé heisst neu 4er-Coupé. Was das bringt? Einen Extratick sportliches Flair, ein rundum schönes Auto und die Aussicht auf baldigen Familienzuwachs.

Ob man nun die Nase gerümpft, anerkennend genickt oder keine Miene verzogen hat, man musste es schlicht zur Kenntnis nehmen: BMW hat das 3er-Coupé zum Generationenwechsel in 4er-Coupé umgetauft. Die neue Namensgebung ist kein reiner Marketing-Gag, sondern schon eher eine Art Vorstufe in der mit Hochdruck betriebenen Diversifikation des Markenportfolios – man könnte auch sagen: ein Taschenspielertrick, aber davon später mehr. Von einer Mogelpackung zu sprechen, wäre dagegen verfehlt. BMW hat viel Mühe ins Vorhaben gesteckt, die sportlichen Ambitionen des Coupés weiter zu steigern. Unter anderem wurden der Radstand gestreckt, die Spur verbreitert und die Dachlinie gesenkt. Bemerkenswert: Das Gravitationszen- trum des neuen Wagens kommt auf nur 50 Zentimeter ab Boden zu liegen und ist damit so tief wie bei keinem anderen BMW. Vielleicht haben die Bayern bei der Lancierung ja deshalb verlauten lassen, der 4er verkörpere den Kern der Marke wie keine andere Neuerscheinung des Jahres. Und das 2013, als auch der neue, auflagenstarke X5 und das Prestige-E-Mobil i3 vom Stapel liefen. Tatsächlich fährt sich das Coupé exakt so, wie man sich einen BMW vorstellt: Da ist der starke, aber gut dosierbare Vorwärtsdrang, die direkte, von Antriebskräften gänzlich entkoppelte Lenkung und der trotz perfekter Spurtreue jederzeit gut verträgliche Abrollkomfort. Viel Fahrspass vermitteln diese Grundeigenschaften im Topmodell 435i, das im Falle des Testwagens über das Allradsystem xDrive verfügt. 305 willige Pferdestärken, ein variabler 4×4 und die gedankenschnelle Acht-Gang-Getriebeautomatik beschleunigen das Coupé auf Wunsch in 4,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Es gibt nur den einen üblichen Haken: Ruft man die Leistung voll ab, liegt der Verbrauch deutlich im zweistelligen Bereich. Mit etwas asketischer Fahrkunst und der Armada der BMW-Spritspartechnik sind hingegen auch Werte knapp unter 9 Litern zu erreichen. Vor allem dank der neu integrierten Segelfunktion, die ausserhalb des Schubbetriebs auskoppelt und den Wagen ungebremst vom Motorschleppmoment rollen lässt. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, gibt es sogar einen Assistenten, der mit einem Symbol im Head-up-Display anzeigt, wann der Gasfuss Pause hat. Was die Armaturen und das Interieur angeht, ist der 4er ganz der 3er. Er kommt in einer ordentlichen Grundausstattung, die sich mit drei Designpaketen und allerlei Extras nach Belieben veredeln lässt. In Reihe eins ist genügend Platz für Grossgewachsene. Die stark konturierte hintere Sitzbank des Coupés ist wegen der abfallenden Dachlinie aber nur Kindern über längere Strecken zuzumuten. Besser sieht es im Gepäckfach aus, das mit 445 Litern Fassungsvermögen auch das Reisegepäck modebewusster Pärchen schluckt. Den Einstieg in die Welt des 4ers markiert der 428i ab 57?800 Franken. Am oberen Ende der Skala sind für den 435i xDrive mit Automatik mindestens 72?250 Franken, in artgerechter Ausstattung aber eher 85?000 bis 90?000 Franken aufzuwerfen. Ge­gen­über der 3er-Limousine beträgt der Aufpreis für das Extra-Sportfeeling rund 6000 Franken – gar nicht mal wenig, wenn man bedenkt, dass man gleichzeitig auf ein anständiges Platzangebot im Fond verzichtet. BMW hat für diesen Einwand jedoch schon eine Antwort parat: das 4er-Grand-Coupé, das in Bälde vom Stapel rollt. Wir rekapitulieren: Aus 3er- wird 4er-Coupé und schon ist Platz für einen zweiten Viertürer auf gleicher Basis – so geht der Taschenspielertrick von BMW. BMW-4er-Coupé 435i xDrive + Elegantes Erscheinungsbild+ Souveräne Fahreigenschaften+ Hochwertige Ausrüstung – Stattliche Verbrauchswerte– Wenig Kopfraum im Fond– Kostspielige Optionen

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