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«Eine Operation am lebendigen Herzen»

Nach langer Projektierung und Planung sollen die Arbeiten für die Aufwertung des Effretiker Stadtzentrums im Januar beginnen. Insbesondere der Bau des Zen­trumskreisels dürfte für Anwohner und Autofahrer einige Beschwerlichkeiten bedeuten.

Auf den Strassen des Kantons Zürich kursieren jedes Jahr rund 10 000 Autos mehr, erklärt Thomas Maag, stellvertretender Kommunikationsleiter der kantonalen Baudirektion. Als Konsequenz wird die bestehende Infrastruktur immer stärker belastet. Fällt eine hoch frequentierte Stelle im Strassennetz aus, kann dies ein Verkehrschaos verursachen. Die zentrale Kreuzung Rikoner-/Illnauer-/Gestenrietstrasse in Effretikon ist eine solch heikle Stelle. Sie wird nächstes Jahr mit dem Kreiselbau erneuert. «Es ist eine Operation am lebendigen Herzen», sagt Urs Weiss, Stadtrat und Tiefbauvorsteher von Illnau-Effretikon. Wie die Stadt und der Kanton die Zirkulation des Verkehrs auch während den Bauarbeiten möglichst reibungslos gewährleisten wollen, war Gegenstand einer gemeinsamen Informationsveranstaltung am Montagabend im Effretiker Stadthaussaal. Kommt kein Jahrhundertwinter dazwischen und läuft auch sonst alles nach Plan, beginnt der Umbau am 27. Januar und endet mit der Inbetriebnahme des Kreisels am 31. Oktober 2014. Die Arbeiten sind in drei Bauphasen aufgeteilt, die jeweils unterschiedliche Einschränkungen der Verkehrswege beinhalten. Während des ganzen Umbaus verkehren die meisten Busse innerhalb Effretikons auf veränderten Routen. Der Durchgangsverkehr wird über Volketswil, Fehraltorf und Illnau umgeleitet. Während Phase zwei zwischen dem 1. April und dem 12. August wird ausserdem die westlich der betroffenen Kreuzung liegende Illnauer Brücke saniert und ist für Autos gesperrt. Mobile Barriere Trotz aller Planung weiss Markus Allenspach, Projektleiter des Tiefbauamtes des Kantons Zürich, dass die Verkehrsflüsse manchmal schwer kontrollierbar sind: «Der Verkehr findet seinen Weg oft selbst.» Damit dieser während der Bauarbeiten jedoch nicht übermässig durch Wohnquartiere drängt, wird sogar eine mobile Verkehrsbarriere eingerichtet. Sollten spontan weitere, für Anwohner unzumutbar stark befahrene Schleichrouten entstehen, können zusätzliche Verbotsmassnahmen umgesetzt werden. Umbau der Bahnhofstrasse Das Projekt geht weit über den Bau eines Kreisels hinaus. Auch die südlich an die Kreuzung anstossende Rikonerstrasse und ein Teil ihrer Verlängerung, die Bahnhofstrasse, sollen aufgewertet werden. Die Strasse wird mit einem rund 130 Meter langen und 2,5 Meter breiten, überfahrbaren Mittelstreifen versehen. Bäume sollen gepflanzt und die Beleuchtung erneuert werden. Auch verschiedene Werkleitungen im Kreuzungsbereich werden saniert und neu verlegt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,73 Millionen Franken. 395 000 Franken tragen Swisscom, EKZ und Erdgas Zürich. Den Rest teilen sich Stadt und Kanton zu fast gleichen Teilen. Das Projekt hat eine lange Leidensgeschichte. Die Anfänge liegen bereits 14 Jahre zurück. Nachdem der Kanton 1999 die Sanierung der Bahnhofstrasse angekündigt hatte, fällte der Stadtrat den Grundsatzentscheid für die Aufwertung des Stadtzentrums. Aufgrund verschiedener Einwände wurde die Umsetzung aber mehrfach verzögert. Ausserdem wurde das ursprüngliche Projekt, das fast die komplette Bahnhofstrasse in einem Zug aufwerten wollte, im Jahr 2009 aufgesplittet, sodass vorerst nur der Abschnitt zwischen Stadthaus und Kreisel neu gestaltet wird.

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