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Eine Philosophin auf der Bühne

Angela Pina Ganzoni singt, spielt Akkordeon und Klavier und schauspielert. Mit ihrem Multitalent verzaubert sie das Publikum gleichermassen wie mit ihrem Charme.

Wer die zierliche kleine Frau zum ersten Mal sieht, schätzt sie gut und gerne sieben Jahre jünger ein. Wer mit ihr spricht, merkt, dass sie schon viel über das Leben nachgedacht hat. Und wer sie auf der Bühne erlebt, ist sofort gefesselt von ihrer offenen und kecken Art. Die Rede ist von Angela Pina Ganzoni, 27-jährig, aufgewachsen in Oberschneit bei Hagenbuch. Sie ist eine Art «Universalkünstlerin»; auf ihrer Webseite finden sich sowohl Einträge zu Schauspielprojekten, Auftritten als Sängerin, Akkordeon- und Klavierspielerin, aber auch Videoprojekte, bei denen die Bildsprache im Mittelpunkt steht. Als im Interview das Wort «Universalkünstlerin» fällt, schmunzelt sie: «Der Begriff gefällt mir sehr, denn ich bin ein Mensch, der sich gerne nicht entscheidet und verschiedene Dinge macht», sagt sie. Ganzoni hat eine Fröhlichkeit, die ansteckend wirkt. «Für mich hat das Leben nur gute Seiten – das ist nicht Optimismus, sondern Realismus.» «Ich spiele keine Rolle» Als Mädchen fühlte sie sich oft einsam. Doch irgendwann habe sie den Spiess umgedreht: «Ich sagte mir, okay, wenn ich eh die Aussenseiterin bin, kann ich auch machen, was ich will.» Und dann, als sie sich die Haare abschnitt und ihre Kleider selber nähte, galt sie plötzlich als cool. Sie habe schon früh gemerkt, dass sie die Leute in ihren Bann ziehen kann. «Beim Theäterlen zu Hause habe ich die Leute schon als Vierjährige unterhalten», sagt Ganzoni. Und die Lehrer habe sie ein ums andere Mal um den Finger gewickelt. «Ich war sehr frech», sagt sie und grinst schelmisch. «Ich glaube, die Interaktion mit den Mitmenschen ist ein konti­nuierliches Flirten.» Sie verführe ihr Publikum gerne zu einem Lächeln. Ihr Bühnen-Ich, betont sie, sei auch theatralisches Handwerk. «Ich spiele keine Rolle, die Angela auf der Bühne, das bin ich, mit allem, was ich bin.» Trotzdem möchte sie dem Publikum nicht allzu viel verraten. «Ich selbst weiss, wer ich bin und woher ich komme – das ist meine Nahrung auf der Bühne.» Sie sehe sich als eine Art Zauberin. Dass sie keinen «normalen» Beruf erlernen wolle, habe sie schon früh gewusst. Ein Jahr nachdem sie das Gymi Unterstrass Zürich abgeschlossen hatte, wurde sie an die Scuola Teatro Dimitri aufgenommen, die grosses Renommee geniesst. Traum von der grossen Bühne Auf die Frage, ob es schwierig war, dort als Studentin angenommen zu werden, sagt sie, das werde sie oft gefragt. «Für mich natürlich nicht, sonst hätten sie mich nicht genommen. Dort, wo man hingehört, ist es nie schwer hinzukommen.» Und als Zuschauer hat man den Eindruck, dass die Bühne genau der Ort ist, wo sie hingehört. «Ich war mal an einem Konzert von Tori Amos im Zürcher Kongresshaus. Da habe ich mir gesagt, bevor ich sterbe, muss ich mal auf einer so grossen Bühne auftreten.» Diesem Ziel näher zu kommen versucht sie nun, indem sie sich an der Künstlerbörse in Thun präsentiert. «Ich hoffe, dass mich danach ganz viele Bühnen mit meinem abendfüllenden neuen Programm buchen werden.» Gefragt danach, was sie mit ihrem Gesang und ihrer Musik vermitteln wolle, sagt sie, sie wolle ihrem Publikum vor allem geben. «Ich möchte mit meinen Liedern die Leute begleiten und Raum schaffen, damit sie innerlich in Gebiete schauen können, in die sie sich sonst vielleicht nicht reinzuschauen trauen.»

www.pinaganzoni.ch

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