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Eine reife Leistung

ISTANBUL. Mit dem erkämpften 29:29 im Hinspiel gegen Besiktas Istanbul hat Pfadi alle Chancen auf die 3. Runde des EHF-Cups.

Besiktas konnte sein Gesicht wahren und Pfadi den Match ohnehin als Erfolg abbuchen – am Ende war das Unentschieden das passende Resultat. Auch eines, das dem Spielverlauf entsprach.

Die Mannschaften befanden sich nie weit entfernt voneinander. Pfadi ging kurz vor der Pause durch Julian Kriegs 13:12 erstmals seit dem 1:0 in Führung und lag in der zweiten Halbzeit tendenziell vorne. 25 Sekunden vor Schluss erzielte Michal Svajlen das 29:28. Besiktas blieb ein letzter Angriff, um wenigstens den Ausgleich zu retten. Einen ersten Wurf blockte Pfadis Abwehr ab, der Ball fiel Ramazan Döne in die Hände, der zum 29:29 versenkte – vier Sekunden vor Ende.

Die Probleme gelöst

«Man kann hier auch dreinlaufen», meinte Trainer Adrian Brüngger. «Es gab heikle Si­tua­tio­nen.» Allerdings konnten die Winterthurer solche auf ein Minimum reduzieren oder dann lösten sie die Probleme: Als Krieg nach dem 3:4 eine doppelte Zeitstrafe einfing, ging diese Phase unentschieden aus. Auf das 6:9 reagierte Pfadi mit einem Timeout und einer starken Offensivserie. Als man in der 38. Minute 17:14 führte und durch Fehler das 17:17 einfing, fand man – wieder nach einem Timeout – auf den richtigen Weg zurück. Schwankungen blieben ohne Folgen, da sich Pfadi im Griff hatte und von der Bank aus auch gut geführt wurde.

«Das war wirklich kein schlechtes Spiel von uns. Besiktas ist gut», betonte Brüngger. «Wir liessen uns nicht aus der Ruhe bringen, selbst nicht von erfundenen Schiedsrichterentscheiden.» Er lobte die «Geduld im Angriff». Bälle gingen durch technische Fehler verloren. Missglückte Würfe dagegen leistete sich Pfadi kaum; Krieg erzwang einzig nach seiner Zeitstrafe das Abschlussglück. Die Geduld war wichtig und zeigte sich auch darin, dass Pfadi in einem umkämpften Spiel, das drohte in Hektik zu verfallen, «in den Gegenstössen nicht das letzte Risiko» nahm, wie Brüngger sagte.

Die Winterthurer fanden in jeder Beziehung das richtige Mittel. Angesichts der Jugend einiger Spieler und der neu formierten Mannschaft lieferten sie eine bemerkenswert reife Leistung ab, traten als kompaktes Team auf. Der Lohn: Sie bleiben in dieser Besetzung ungeschlagen und haben sich eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel am Sonntagabend in der Eulachhalle verschafft. Sie haben den türkischen Serienmeister gebändigt, der in den letzten zwei Qualifikationsrunden des EHF-Cups in dieser Halle 37:29 und 37:25 gewann und in der Süper Lig bisher keinen Punkt abgegeben hat.

Pramuks Penaltyparaden

«Das grösste Problem hatten wir, wie erwartet, mit dem Kreisläufer», erklärte Brüngger. Tolga Özbahar, 29-jährig und 118 Kilo schwer, traf entweder ins Tor oder eroberte einen Penalty. Je fünfmal war das der Fall. Überzeugend fielen die Würfe von Linksaussen Büyük Oguzhan (36) aus. Vom Rückraum erreichte nur Linkshänder Döne (acht Tore) Wirkung. Pfadis Abwehr hielt sich recht gut, dahinter wehrte Torhüter Martin Pramuk 20 Bälle sowie gleich drei Penaltys ab. Einmal mehr war der Routinier zur Stelle, wenn es zählte.

Zweifellos war das 29:29 ein Ergebnis, das die Winterthurer weit mehr freute als die Gastgeber. «Wir sind überhaupt nicht zufrieden», betonte Ramazan Döne, 182-facher türkischer Nationalspieler. «Immerhin war es ein schönes Spiel. Wir haben gekämpft, aber lange nicht so gut gespielt wie zuletzt in der Meisterschaft.» Pfadi habe sich «sehr gut vorbereitet», meinte Döne. «Wir reisen nach Winterthur, um zu gewinnen. Doch das wird schwierig.»

Pfadi könnte zum ersten Mal seit 2008 eine Europacuprunde überstehen. «Wir sind noch nicht durch», betonte Brüngger. «Wenn wir diese Leistung in Winterthur nochmals bringen, sind unsere Chancen sicher gut. Aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen.»

Dazu bleibt auch keine Zeit. Am Sonntagmorgen verliessen die Winterthurer ihr Hotel für die Rückreise. Am Mittwoch folgt der Auftritt in Thun gegen den Meister, wobei einmal mehr der 1. Platz in der Nationalliga A auf dem Spiel steht. Der Abstecher nach Istanbul bestätigte, dass Pfadi diese Position nicht zufällig hält.

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