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Eine Rundfahrt und kein Rennen

Gegen 1000 Bikerinnen und Biker dürften am übernächsten Wochenende den Irchel umrunden. Statt Medaillen locken schöne Ausblicke ins Weinland und ins Zürcher Unterland.

Es ist quasi eine Volkswanderung für Mountainbiker: die Irchel Bike Trophy, die am ersten Juliwochenende bereits zum elften Mal ausgetragen wird. Eine Rundfahrt ohne Rennen, ohne Zeitmessung oder Konkurrenzkampf. In einer Leistungsgesellschaft wie der heutigen steht der Anlass damit etwas schräg in der Landschaft. Doch Ralf Bechtiger aus Flaach, der die Trophy mitorganisiert, sagt: «Viele Leute erleben im Alltag schon genug Druck. Wir wollen bewusst Gelegenheit zum Genuss bieten.» Gelassen verweist er zudem auf die Teilnehmerzahlen, die für das Konzept sprechen. Entstanden ist die Irchel Trophy einst aus der Züribieter Rundfahrt, einem ähnlichen Anlass für Rennvelofahrer. Bei der Erstauflage schwangen sich etwas mehr als 30 Mountainbiker in den Velosattel. Wenn das Wetter übernächstes Wochenende gut ist, erwartet Bechtiger gegen 1000 Leute, die sich bei der Worbighalle in Flaach auf den Weg machen. Das Startgeld beträgt 20 Franken für Erwachsene, 10 für Kinder. Die meisten Bikerinnen und Biker wohnen in der Region Winterthur und Weinland; gemäss Bechtiger reisen manche aber auch aus dem St. Gallischen, dem Thurgau oder sogar aus Deutschland an. Natürlich sind dar­un­ter auch Sportler, die sich ein Ziel setzen und die Originalstrecke innerhalb von zwei Stunden schaffen wollen, wie Bechtiger sagt. Doch die meisten fahren einzig zum Vergnügen. Sie nehmen die Strecke mit einem Kollegen, ihrer Familie oder der ganzen Firma unter die Räder. Von 11 bis 44 Kilometer Zur Auswahl stehen vier ausgeschilderte und markierte Strecken, wovon die beiden kürzeren über 11 und 26 Kilometer vor allem Familien ansprechen sollen. Jene über 32 Kilometer kann als Abkürzung gewählt werden, wenn einem auf der Originalstrecke die Luft ausgeht. Diese ist 44 Kilometer lang und wartet mit rund 1000 Höhenmetern auf. Sie führt von Flaach via Berg hoch auf den Irchel, über Dättlikon und Teufen zurück nach Berg, runter zur Ziegelhütte in die Thurauen sowie zum Eggrank und über den Worbig zurück nach Flaach. Die Bikerinnen und Biker sind dabei meist auf offiziellen Kiesstrassen unterwegs. Ab und zu fahren sie aber auch über sogenannte Singletrails, also schmale Pfade, auf denen man nicht kreuzen kann. Strassen und Wege seien so ausgesucht worden, dass die Teilnehmer immer wieder die schöne Aussicht geniessen könnten, sagt Bechtiger. Und: «Sie sind teilweise so gewählt, dass nicht jeder sie kennt.» Er und seine Kollegen von der IG Irchelbike allerdings schon. Sie treffen sich jeweils am letzten Sonntag im Monat in drei Stärkeklassen zum Biken. Danach bildet sich meist eine gesellige Runde. Es kommt aber auch vor, dass sie nach einem Sturm Gehölz von Waldstrassen wegräumen oder Äste zurückschneiden. Wohl auch deshalb hätten sie keine Mühe, von den sieben betroffenen Gemeinden jeweils eine Bewilligung zu erhalten, sagt Bechtiger. Die Gruppe, die weder Verein noch Klub ist, zählt rund 30 Leute. Für die Bike Trophy stehen zudem rund 80 freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz. Ihr Job ist es unter anderem, die Strecken auszuschildern. Abgesperrt werden sie aber nicht. Dennoch sollten sich Wanderer und Biker nicht ins Gehege kommen. Die Verbindungswege seien so gewählt, dass Wanderer und Reiter sie kaum benutzen. «Zudem verteilen sich die Biker gut. Es ist ja kein Rennen.» Reto Flury www.irchelbiketrophy.ch

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