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«Eine Schliessung wäre kurzsichtig»

Der Stadtrat zieht die Schliessung des Jugendtreffs Funky in Erwägung. Die Treffleiterin Theresia Baker über das voraussichtliche Aus.

Sie haben den Jugendtreff Funky in Illnau aufgebaut und zwölf Jahre lang geleitet. Was sagen Sie zum drohenden Aus? Theresia Baker: Eine Schliessung würde ich sehr bedauern. Unsere Besucher werden kaum nach Effretikon gehen, um das dortige Angebot zu nutzen, wie das nun angedacht wird. Der Stadtpräsident führt Ihre baldige Pensionierung als Argument ins Feld. Das ehrt mich. Ich halte das aber für kurzsichtig. Es braucht Jahre, um Treffs aufzubauen. Nun, da dies gewährleistet ist, abzubrechen, ist mir unverständlich. Wie beliebt ist der Treff? Die Besucherzahlen sind in den letzten Jahren zurückgegangen. Zu Spitzenzeiten hatten wir 120 Leute im Funky, heute sind es oftmals nur 20. Da scheint eine Schliessung doch naheliegend. Für die 20 Leute ist der Treff aber eben wichtig. Die Geschichte der Jugendarbeit zeigt, dass es immer gesellschaftliche Wellenbewegungen gab. Man kann Gift dar­auf nehmen, dass die Nachfrage wieder steigen wird. Dann fangen wir wieder bei null an. War­um ist das Interesse am Funky gesunken? Jugendliche sind durch die sozialen Medien viel flexibler geworden, was ihre Freizeitgestaltung angeht. Man wechselt die Treffpunkte oft mehrmals an einem Abend. Das betrifft alle Treffs. Der Wunsch nach einem festen Begegnungsort wird aber wieder kommen, bestimmt. Wo werden die Funky-Besucher hingehen, wenn ihr Treff tatsächlich schliesst? Das weiss man nicht. Sie werden sich eine neue Nische suchen. Vielleicht werden sie vor dem Volg sitzen? Es ist ein zweischneidiges Schwert: Man schliesst die Treffs, aber man will die Jungen auch nicht unbeaufsichtigt rauchen oder trinken sehen. Vom Abfall nicht zu reden.

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