Steuern

Eine Winterthurer Familie spart 2018 gut 50 Steuerfranken

2018 sinken die Steuern. Doch im Vergleich zu anderen Deutschschweizer Städten war Winterthur schon vorher eher günstig. Auch ein Wegzug in den «Speckgürtel» lohnt sich je länger, desto weniger.

Vergleich der steuerlichen Belastung verschiedener Gemeinden und Städte.

Vergleich der steuerlichen Belastung verschiedener Gemeinden und Städte.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Diskussionen um den Steuerfuss gehören zu den emotionalsten Momenten in der Lokalpolitik. Im Portemonnaie der Durchschnittsbürgerin oder des -bürgers ändert sich aber meist nicht besonders viel. Um die am 11. Dezember vom Gemeinderat beschlossene Senkung des Steuerfusses von 124 auf 122 Prozent einzuordnen, wurden drei Beispiele mithilfe des kantonalen Steuerrechners durchgerechnet (siehe rechts).Eine alleinstehende Person mit einem geringen Jahres­einkommen von 40 000 Franken und ohne nennenswertes Vermögen spart demnach 29 Franken. Eine Familie mit steuerbarem Einkommen von 70 000 Franken (nach allen Abzügen) spart 54 Franken. Spürbarer ist die Senkung bei den höheren Einkommen. Ein Paar mit 200 000 Franken Haushaltseinkommen und einer halben Million Franken Vermögen zahlt knapp 300 Franken weniger als im Vorjahr.

Im Vergleich lebt man günstig

Im kantonalen Vergleich ist ein Steuerfuss von 122 Prozent zwar nach wie vor hoch. In der zweitgrössten Stadt zahlt man allerdings kaum mehr Steuern als in der grössten. Zürichs Steuerfuss liegt 2018 unverändert bei 119 Prozent. Die Ersparnis von 81 Franken würde schon in den ersten zwei Monaten von den Krankenkassenprämien aufgezehrt, die in Zürich höher sind als in Winterthur. Auch die Durchschnittsmieten liegen höher.

Eine besonders arge Steuerhölle ist Winterthur also kaum. Im Vergleich mit anderen Deutschschweizer Städten lebt man sogar direkt günstig. Denn im Gegensatz zu den Firmensteuern sind die Steuern für natür­liche Personen im Kanton Zürich moderat. Entsprechend leuchten in der Vergleichstabelle viele Felder rot: Hier zahlt man mehr Steuern als in Winterthur.

In Bern würde unsere Beispielfamilie fast doppelt so viel Steuern bezahlen wie in Winterthur (88 Prozent mehr). In St. Gallen und Luzern sind es 25 Prozent mehr, in Schaffhausen 11 Prozent und in Frauenfeld noch 5 Prozent. Die grosse Ausnahme ist Zug, das als Steuerparadies ­bekannt ist: Hier würde unsere Familie 43 Prozent (oder 2600 Franken) sparen. Achtung: Die Kinderabzüge können variieren. Die Grundtendenz gilt für alle berechneten Fälle: Auch der alleinstehende Geringverdiener und das gut verdienende Ehepaar zahlen an den meisten Orten mehr als in Winterthur.

Auch Land wird teurer

Die nähere Alternative zum Umzug nach Zug ist der Umzug in den «Speckgürtel», die traditionell steuergünstigeren Nachbargemeinden. Doch auch diese «kleine Steuerflucht» lohnt sich längst nicht mehr überall. Da noch nicht alle Gemeinden ein gültiges Budget haben, wird in der Tabelle rechts noch der Durchschnittder Steuerfüsse von 2017 benutzt, der bei 99,6 Prozent liegt. Unsere Beispielhaushalte sparen im Schnitt zehn Prozent Steuern, bei der Familie sind das also rund 600 Franken.

Doch die Steuerfusstendenz zeigt nach oben: Pfungen erhöht 2018 um 5 Prozent, Seuzach wollte gar 12 Prozent rauf – doch das Budget wurde abgelehnt. Gesenkt wurden die Steuern nirgends. Die Winterthurer Familie kann also durchatmen: In einer Steuerhölle lebt sie definitiv nicht. Erst recht nicht nach der kleinen Steuersenkung. Der Zügelwagen kann wieder abbestellt werden. (Der Landbote)

Erstellt: 02.01.2018, 16:57 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare