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Einen «Final» erkämpft

DAVOS. Die ZSC Lions verlängerten ihre Saison (vorerst) um einen weiteren Match: Das 3:2 (1:0, 2:1, 0:1) gegen den HCD beschert ihnen ein siebtes Spiel.

Die Zürcher Titelverteidiger spielen also bereits in der ersten Playoff-Serie einen Final. Es ist nicht ein grosses siebtes Spiel wie in der letztjährigen Serie um den Titel gegen Bern, aber es ist natürlich eine Partie von eminenter Bedeutung. Denn in den letzten Jahren sind die Titelverteidiger öfters als auch schon sehr früh auf der Strecke geblieben, das möchten die Lions vermeiden.

Sie haben nun immerhin zwei Matchpucks der Davoser abgewehrt. Zuerst mit dem souveränen 5:1 in der eigenen Halle. Dann mit dem erkämpften und erkrampften 3:2 im Stadion des Gegners, das – einmal mehr – nicht ausverkauft war.

Den ZSC Lions kam entgegen, dass wieder sie es waren, die das erste Tor erzielten. Denn wenn die Davoser das Spiel machen müssen – und diese Aufgabe fällt ihnen zu, wenn sie in Rückstand liegen – haben sie enorm Mühe. Ihre grosse Stärke ist es, aus einer stabilen Defensive heraus die schnellen Konter zu fahren. Wer aber in einem Spiel aufholen muss, der kann nicht auf allzu viele Konter hoffen. Es sei denn, der Gegner agiere taktisch nicht gerade diszipliniert und habe auch sonst seine Nerven nicht im Griff.

All diese Mängel gehörten gestern nicht zum Zürcher Spiel. Die ZSC Lions waren erneut sehr stark in der eigenen Zone, sie setzten die Davoser so gut unter Druck, sie hielten auch die Kontrolle in der Mittelzone hervorragend. So hat es nicht nur Davos, sondern jeder Gegner schwer.

Und die Zürcher nützten auch den letzten Winkel des Reglements aus. Sie reichten wegen Severin Blindenbachers Sperre (der Verteidiger ist für zwei Partien suspendiert worden) ein Gesuch um aufschiebende Wirkung ein – dem wurde stattgegeben. Solches hat das Gremium, das sich mit diesen Gesuchen befasst, schon in andern Fällen getan. Zum Beispiel durfte der Zuger Fabian Sutter in der Serie gegen Lugano zwischendurch einmal spielen, er sass seine zweite Sperre dann ein andermal ab. Die Zürcher waren auf jeden Fall froh, auf Blindenbacher zählen zu können. Im defensiven Bereich war er eine solide Stütze.

Lehtonens Punkte

Und in der Offensive tat sich einer hervor, den viele schon abgeschrieben hatten. Mikko Lehtonen, der finnische Flügel, war an allen drei Toren der Zürcher beteiligt. Im Powerplay, das zum 1:0 durch Monnet führte, lenkte er die Hereingabe Wicks an den Top­sko­rer weiter, und der setzte die Scheibe direkt aus der Luft ins Tor. Das 2:0 schoss Lehtonen nach einem Bullygewinn der Zürcher selber, beim 3:1 schien es gar, als ob er noch den Stock am Puck hatte, der über die Linie ging. Das Tor wurde Roman Wick zugesprochen, der die Scheibe quer spielte, der heranstürmende Tim Ramholt lenkte sie wohl ins eigene Tor ab (wenn eben nicht Lehtonen den Stock doch noch dran gehabt hat). Roman Wick war die zweite treibende Offensivkraft, von Ryan Shannon war ein bisschen gar wenig zu sehen.

Wie schon am Dienstag im Hallenstadion funktionierte das Überzahlspiel der Zürcher ansprechend. Erneut trafen sie zweimal in Überzahl. Und erneut dürfte Davos-Trainer Arno Del Curto innerlich ziemlich entnervt gewesen sein wegen der Strafen, die verteilt wurden. Jener «gesuchten» gegen Sciaroni war ein klares Foul von Schäppi am Davoser vorausgegangen, das nicht gepfiffen wurde. Als Sciaroni auf der Bank sass, erzielte Monnet das 1:0. Das erste Davoser Powerplay kam erst, als bereits vier Strafen gegen die Bündner ausgesprochen worden waren. Nicht alle zu Unrecht, aber eben.

Die Davoser kamen nach dem 0:2 relativ schnell ins Spiel zurück, durch den Treffer des ehemaligen Zürchers Pa- trick Schommer. Der stand hinter der verlängerten Torlinie und schoss den Puck an Goalie Flüelers Schulter, von wo der Puck zum 1:2 über die Linie ging. Das 2:3 des HCD fiel sechseinhalb Minuten vor Schluss durch Robin Grossmann. Und im letzten Powerplay hatten die Davoser dann tatsächlich noch die Chance zum Ausgleich. Petr Sykoras Scharfschuss aber ging an die Latte (55.).

In dieser Serie war der Heimvorteil bis anhin überhaupt nicht von Bedeutung. Die Zürcher verloren zweimal im Hallenstadion, die Davoser zweimal in ihrer Arena. Je einmal gab es einen Auswärtssieg. Weil die ZSC Lions in der Qualifikation einen Rang besser als die Davoser klassiert waren, haben sie das Recht, im siebten Spiel vor eigenem Publikum anzutreten. Am Samstag allerdings müssen sie den Heimvorteil nützen, sonst sind die Davoser, Spezialisten für siebte Spiele, doch noch im Halbfinal. (red)

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