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Einer der Höhepunkte

winterthur. Duelle zwischen Pfadi und Wacker Thun sind immer Höhepunkte einer Handballsaison: Heute Abend empfängt der NLA-Leader den Meister und Cupsieger.

«Prestige und wichtige Punkte», sagt Pfadi-Trainer Adrian Brüngger, stehen auf dem Spiel, wenn sich heute ab 19.30 Uhr in der Eulachhalle zwei grosse Rivalen begegnen. «Falls wir gewinnen, glaube ich nicht, dass Wacker noch an uns vorbeikommen kann», meint Brüngger zum Rennen um die beste Ausgangslage für die Playoffs. Bei einem Sieg hätten seine Winterthurer zehn Punkte Reserve auf den Meister gelegt. Bei einer Niederlage oder einem Unentschieden aber geben sie die Tabellenführung an die Kadetten Schaffhausen ab, die gestern vorlegten und den BSV Bern 34:24 bezwangen.

Pfadi fing am Sonntag mit dem 28:29 in St. Gallen seine zweite Niederlage der NLA-Saison ein. Steigerungspotenzial ist vorhanden: «In der Abwehr müssen wir besser, härter auftreten und im Abschluss cooler sein», erklärt Brüngger. Luka Maros, der wegen eines Todesfalls in der Familie fehlte, hätte der Mannschaft gegen St. Otmar gutgetan. Heute Abend ist der Rückraumschütze wieder am Start.

Thuner Meisterprobleme

Nach ihrer grossartigen Saison, als sie im Cupfinal und Playoff-Final die Kadetten in den Schatten stellten, bewegen sich die Thuner auf einem tieferen Level. Schon sechs Niederlagen hat der Titelverteidiger in der Meisterschaft bezogen, dar­un­ter das 24:30 im Heimspiel gegen Pfadi.

Die Baisse hängt auch mit Verletzungsproblemen zusammen. Ein kompletter Rückraum (Borna Franic, Roman Caspar und Nikola Isailovic) fehlt. «In den letzten zwei Jahren sind wir von solchen Sachen verschont geblieben», sagt Trainer Martin Rubin. Schwer wiegt vor allem der Ausfall von Roman Caspar, dem «Kopf der Mannschaft», wie Rubin sagt. Der Spielmacher und Abwehrspezialist verletzte sich im Training vor dem ersten Champions-League-Einsatz an der Schulter und fällt seither aus. Als Ersatz kam vor drei Wochen Nikola Dokic (30), Spielmacher aus Bosnien. In der letzten Runde beim Sieg in Stäfa wirkte er erstmals in den Spielfluss integriert.

Mag sein, dass die Anhäufung von Verletzungen mit der Doppelbelastung durch die Champions League zu tun hat. Diese spüre er als Trainer vor allem darin, dass «wir fast nicht mehr trainieren können», betont Rubin. «Wir schauen immer wieder von Spiel zu Spiel. Das Training brauchen wir als Vorbereitung auf den nächsten Match. Richtig intensiv können wir uns nicht mit den Gegnern befassen.»

Die Champions League nimmt Thun in Beschlag. 750 000 Franken beträgt das Budget für die zehn Spiele. «Fast so viel, wie wir sonst für eine Saison brauchen», sagt Rubin. Dank Sponsoren sehe es danach aus, als ob «wir die Champions League verkraften könnten». Sieben Runden – bei sechs Niederlagen und zuletzt dem beachtlichen Unentschieden bei Metalurg Skopje – hat Wacker hinter sich. Das erste der restlichen drei Spiele folgt am 8. Februar zu Hause gegen den FC Barcelona. Die Chancen auf die Achtelfinals stehen bei null.

Und die Titel, die zu verteidigen sind? Im Cup-Achtelfinal wartet noch vor Weihnachten der unangenehme Auftritt in St. Gallen gegen St. Otmar. In der Meisterschaft gehts in erster Linie mal um den Kampf um die Playoff-Halbfinals. Die Thuner sind derzeit Fünfte und haben, um auf einen der vier Playoff-Plätze vorzudringen, vorderhand nur den BSV Bern in greifbarer Nähe.

Nur ein Ausrutscher?

Kein Wunder, spricht Rubin von einer «schwierigen Saison». An deren Ende laufen die Verträge von ihm sowie von einem halben Dutzend Spielern aus. Es sehe «nicht schlecht aus», dass er weiterhin Trainer von Wacker Thun bleibe, sagt Rubin, der in Bern Teilzeit als Sportlehrer arbeitet. Auch sonst sei er zuversichtlich, dass die Mannschaft weitgehend zusammenbleibe. «Dann können wir die Erfahrungen, die wir jetzt in der Champions League holen, in die nächste Saison mitnehmen.»

Den Lauf, den sein Team letzte Saison genoss, hätten momentan die Winterthurer, sagt Rubin. «Man spielt einfach solid, das Selbstvertrauen ist da, es gelingen Sachen, die sonst nicht klappen.» Das Duell mit dem Meister wird zeigen, ob Pfadis Niederlage in St. Gallen nicht mehr als ein Ausrutscher war.

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