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Einer der weltbesten Tourismusfilme - über Gossau (ZH)

Es gibt nicht nur Spargeln in Flaach, sondern auch einen Filmemacher. Roland Koch hat Regie geführt für einen der besten Tourismusfilme der Welt.

Rebberge und Riegelhäuser prägen das Bild vom Weinland – genauso wie Alphütten, rot-weiss karierte Vorhänge und Geranienkistchen zum Schweizbild dazugehören. Auf dem Weg zum Flaacher Fotografen und Filmregisseur Roland Koch liegt dichter Nebel über dem Weinland – das trübt die «Postkarte».Koch ist einer, der von Berufs wegen mit Images zu tun hat. Zusammen mit dem Elgger Journalisten und Drehbuchautor Flavien Allenspach hat er vor kurzem für eine Überraschung gesorgt: Ihr 17 Minuten dauernder Imagefilm über Gossau im Zürcher Oberland hat es unter die acht besten Tourismusfilme der Welt geschafft.

Sehr prominente Konkurrenz

Rund 1500 Filme nahmen am 26. Grand Prix 2014 des Comité In­ternational des Festivals du Film Touristique (CIFFT) in Wien teil. Der Siegerfilm rückte Südaustralien ins beste Licht, und unter den acht Nominierten waren Reiseziele wie Schloss Schönbrunn oder Istanbul am Start. Der letztjährige Grand-Prix-Gewinner zeigte Dubai von seiner schönsten Seite. «Es ist ermutigend, dass wir mit wenig Geld solchen Destinationen Paroli bieten konnten, denen ein Mehrfaches an Geld zur Verfügung stand», sagt Koch.Der Gossauer Film zeigt zwar die Zürcher Oberländer Gemeinde von ihrer Sonnenseite, doch Gossau ZH ist nicht Dubai oder Istanbul. «Ich verstand am Anfang auch nicht, weshalb wir so weit gekommen waren», erzählt Koch. Für den Award ausschlaggebend waren denn auch nicht die schönen Bilder der auf der Welt nahezu unbekannten Gemeinde, sondern der Kunstgriff, mit dem sie zu einer Geschichte verbunden wurden.

Emotionen statt Fakten

Da ist zu Beginn ein Regisseur, ­gespielt von Schauspieler Peter Fischli, der in seinem Klappstuhl auf den Starschauspieler wartet. Weil sich dieser aber divenhaft viel Zeit lässt, beginnt der Regisseur halt schon mal, über Gossau zu erzählen. Nahezu unbemerkt beginnt der Imagefilm, weil alle auf den eigentlichen Filmstart respektive den Star warten – das ist der Spannungsbogen, der die Imagebilder über die 17 Minuten zusammenhält. Die Erzählung wird durch die Frage nach dem Verbleib des Stars mehrmals unterbrochen. Als er sich endlich dem Set nähert, ist der Film fertig gedreht und er nicht mehr gefragt – und die Pointe sitzt: Nicht er, sondern Gossau ist der Star.Der Gossauer Gemeindeschreiber kam 2009 auf Koch zu mit dem Wunsch nach einem Imagefilm, der 2012 fertig wurde. Das Budget betrug 60'000 Franken. Koch und Allenspach reichten fünf Ideen ein und standen in Konkurrenz zur Zürcher Filmproduktionsfirma Condor Films.Die Gemeinde, die Gewerbler und Vereine wollten möglichst alle Fakten im Film drin haben, erzählt Koch. Doch dafür sei der Film, der Emotionen transpor­tiere, das falsche Medium. «Das kann man im Internet oder in den Geschäftsberichten nachlesen.» Die Gossauer Bevölkerung spielte sich gleich selber, «der Käser im Film ist der echte Käser».

Den Nebel nicht vernebeln

Auch habe man nicht versucht, «Gossau als mehr zu verkaufen, als es ist». Das Nachtleben in Goss­au? «Grossi Gümp macht das nöd», heisst es im Film ehrlich. Als Imagefilmer sucht Koch aber stets das Positive im Negativen – so endet der Tag in Gossau eben «ohne Hektik».Ein Imagefilm über das Weinland? Ohne Rebberge und Riegelhäuser käme auch Koch nicht aus – doch würde er mit ihnen spielen. «Ich würde wohl mit diesen Klischees beginnen, dann abrupt stoppen und überraschen.» Und ja, auch den Nebel würde er nicht verschweigen. «Es gibt immer Aspekte, die man witzig thematisieren kann, ohne sie zu kaschieren, die faltenlose Haut dank Nebel zum Beispiel», sagt Koch mit einem Lachen.

Imagefilm über die Zürcher Oberländer Gemeinde Gossau ZH:

www.kreativfactory.ch oder www.gossau-zh.ch

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