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Einfach mitreissend

zürich. «Irish Celtic – Spirit of Ireland»: Die Tanzshow unterhält das Publikum an einem Abend im Pub mit vielerlei Rhythmen und Tanzvarianten, alten Balladen und Legenden, irischer Geschichte und Anekdoten.

Auf eine alte Ballade folgt ein rasant schneller, lauter Tanz; ausgelassene, fast forcierte Lebensfreude kontrastiert mit dem poetischen Auftritt von elfenhaft leichten, lautlos schier schwebenden weiblichen Wesen, der durch Nebelschwaden effektvoll den Einbruch einer geheimnisvollen Stimmung evoziert; harte Männer im Tanzwettbewerb oder im Kampf um eine Frau teilen den Raum mit nostalgischem Irish Folk. Im «Irish Celtic»-Pub trifft viel Unterschiedliches aufeinander.

Schön und witzig erzählt

Zusammengehalten wird die abwechslungsreiche Szenenfolge durch den Pub-Besitzer Paddy (versiert in Englisch und Deutsch: Jonathan Agar). Er verbreitet eine humorvolle, gesellige Atmosphäre, erklärt, war­um seine Beiz auch als Kirche und Wohnzimmer dient, erzählt und schwadroniert, mischt gekonnt Fakten mit Mystik oder «echt» Irisch-Keltischem aus dem Filmbusiness wie «Braveheart» und «Titanic» und reisst Witze. Und er hängt die einzelnen Tanz- und Musiknummern so zusammen, dass eine Art durchgehende Erzählung entsteht. Jedenfalls übergibt er am Schluss den Schauplatz seinem Sohn. Dieser tanzt zu Beginn nur virtuos mit dem Besen, hat aber am Ende in der Gruppe der sehr attraktiven Tänzerinnen eine Partnerin gefunden. Damit scheint die nächste Generation und der Fortbestand einer als spezifisch irisch inszenierten Lebenswelt gesichert.

Grossartig arrangiert

Die Verknüpfungen und Übergänge der Regie von Tony Gough sind gut gemacht. Und die so eingeleiteten Szenen bewirken, dass wechselnde Rollen gespielt werden. Musik und Tanz erhalten durch die Rahmenhandlung zusätzliche charakteristische Akzente. Vermutlich hätten sie dies nicht nötig. Denn die fünfköpfige Band mit Geige, Dudelsack, Flöte, Akkordeon, Gitarre und Gesang musiziert die vom musikalischen Leiter Anthony Davis grossartig arrangierten, komponierten und begleiteten Musikstücke so überlegen und lebendig, dass schon das blosse Zuhören Lust bereitet.

Die Choreografien von Denise Flynn und Jim Murrihy übersetzen die Vielfalt der überlieferten Tanzformen wie das Steppen und die Kreis- und Figurentänze hervorragend in vielseitige und höchst differenziert strukturierte Szenen. Nicht nur in den grossen Formen, auch in den minutiösen Details der Bewegungen und in der Vielfalt der Rhythmen zeigen sie ein faszinierend breites Tanzspektrum.

Und die Tänzerinnen und Tänzer interpretieren die schwierigen Tanznummern virtuos und souverän, tanzen, als ob die anspruchsvollen Raumformationen und komplizierten Schrittfolgen das Natürlichste von der irischen Welt wären. So meistern sie die übergreifenden, spannungsvollen Steigerungen in Tempo und Komplexität ebenso präzise und brillant wie die unzähligen Varianten der einzelnen Schritte – und stecken so, bei ihrem ersten Auftritt in der Schweiz, das Publikum an mit Übermut und Lebensfreude.

Weitere Aufführungen

im Theater 11 in Zürich bis zum 19. Januar; Do und Fr jeweils um 19.30 Uhr, Sa 15.30 und 19.30 Uhr, So 14.30 und 18.30 Uhr

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