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Einmal mehr ein Finish für Northug

Norwegen holte an der WM Gold in der Männerstaffel vor Schweden und Frankreich. Die Schweiz belegte den fünften Platz.

Am Schluss kam es so, wie es von Norwegen erhofft und von Schweden befürchtet worden war: Petter Northug durfte einmal mehr seine Sprinterfähigkeiten zum Besten geben, seinem letzten ­verbliebenen Widersacher Calle Halfvarsson blieb trotz viel Gegenwehr das Nachsehen. Nor­thug hatte bereits beim letzten kleinen Anstieg vor der Zielkurve zu einem unwiderstehlichen Sprint angesetzt.

Zuvor hatte der überraschend starke französische Schlussläufer Adrien Backscheider etwas abreissen lassen müssen. Für die Bronzemedaille reichte es den Franzosen jedoch gleichwohl locker, vermochten sie doch auch während der letzten Ablösung die Russen mit Jewgeni Below in Schach zu halten. Frankreich hatte schon vor Jahresfrist das olympische Staffel-Rennen im 3. Rang beendet.

Die Schweizer Equipe schnitt derweil so stark ab wie seit zwölf Jahren nicht mehr im Rahmen von Weltmeisterschaften – 2003 im Val di Fiemme stand ebenfalls ein 5. Rang zu Buche.

Kein Auftakt nach Mass

Der Auftakt war ihr vor 41 600 Zuschauern in der Lugnet-Arena jedoch gründlich misslungen. Staffeldebütant Ueli Schnider, der WM-Achte im Sprint, handelte als Startläufer bereits einen Rückstand von 70 Sekunden ein und schickte Dario Cologna auf Position 15 ins Rennen.

«Ich wollte für das Team einen besseren Job machen, das ist mir leider nicht gelungen. Zu Beginn wurde ich beinahe gezwungen, vorne zu laufen. Hinten heraus hat mir die Kraft gefehlt», sagte Schnider. Der Innerschweizer musste auf der dritten seiner vier Runden abreissen lassen und in der Folge alleine laufen. Der Teamleader ­Cologna machte danach Position um Position gut, sodass die Schweizer bei Halbzeit im 6. Zwischenrang klassiert waren.

Jonas Baumann und Toni ­Livers nutzten diese Vorlage auf ihren Skatingabschnitten schliesslich für ein sehr beachtliches Resultat. «Vor dem Rennen habe ich gesagt, ein Platz unter den ersten sechs wäre cool», freute sich Baumann, der wesentlich besser mit den Streckenverhältnissen zurecht kam als in seinen beiden Einzelrennen in den Tagen zuvor. Schlussläufer Livers konnte das Tempo hoch und die nachfolgenden Läufer dergestalt auf Distanz halten. Auf der letzten Runde gelang es dem 31-jährigen Bündner in seinem 23. Staffel­rennen, den endschnellen Italiener Federico Pellegrino abzuhängen und Platz 5 zu sichern.

Olsson und Cologna

Zwei Tage nach dem Triumph über 15 km überzeugte Johan Olsson auch im Staffelrennen. Der Schwede machte als Nummer 2 zunächst einen 20-Sekunden-Rückstand seines Kollegen Daniel Richardsson wett, ehe er im letzten Anstieg den Norweger Didrik Tönseth gar noch etwas distanzieren konnte. Cologna büsste im zweiten Klassisch-Abschnitt auf Olsson 19 Sekunden ein. Beide gehören am Sonntag im Fünfziger, der ebenfalls in der klassischen Technik gelaufen wird, zu den ersten Anwärtern auf Gold. Dario ­Cologna könnte zum erfolgreichsten Schweizer in der Geschichte der nordischen WM aufsteigen.

Mit drei Olympiasiegen, einem Weltmeistertitel sowie je drei Triumphen im Gesamtweltcup und an der Tour de Ski weist er längst eine eindrückliche Medaillen- und Trophäensammlung auf. Anders als seine Konkurrenten Northug (ohne Tour-de-Ski-Sieg) oder Johnsrud Sundby (ohne Olympiagold) hat der Bündner die wichtigsten vier Titel mindestens einmal errungen.

Eine kleine Lücke in seinem Palmarès weist Cologna gleichwohl (noch) auf, denn ein Sieg in einem internationalen Rennen über 50 km ist ihm bislang nicht gelungen. Mehrmals war er nahe dran, doch entweder nahm er sich in aussichtsreicher Position durch einen Sturz selbst aus der Entscheidung, oder ein Konkurrent war um einen Hauch schneller. Vor zwei Jahren an der WM im Val di Fiemme gewann der 28-Jährige, damals ebenfalls im klassischen Stil, Silber.

Nach Platz 2 im Skiathlon vor einer Woche hat Cologna drei WM-Medaillen (1 × Gold, 2 × Silber) in seinem Besitz. Schafft er es auch im letzten Rennen in Falun aufs Podest, würde der Münstertaler zum erfolgreichsten Schweizer an nordischen Ski-WM aufsteigen und mit Simon Ammann (1 × Gold, 1 × Silber, 2 × Bronze) ­bezüglich Anzahl gewonnener Medaillen gleichziehen. si

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