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Eintreten statt einsteigen

Vor zehn Jahren nahm die Regionalbahn Thurbo ihren Betrieb auf. Ihr Markenzeichen sind die weissen, eleganten Züge, die beim Publikum überdurchschnittlich punkten.

Sie sehen aus wie die kleinen Geschwister der Doppelstöcker: die gedrungenen Gelenktriebwagen (GTW), die aus fast allen Himmelsrichtungen nach Winterthur fahren. Zum Beispiel aus Bülach (S41), aus dem Weinland (S33, S29) oder aus dem Tösstal (S26). Sie alle stehen in Diensten der Regionalbahn Thurbo, die im Dezember 2002 ihren Betrieb aufnahm.

Gestartet ist Thurbo damals teils mit altem SBB-Rollmaterial, das später Schritt für Schritt durch die modernen GTW ersetzt wurde. Die Fahrgäste haben den Ersatz honoriert – nicht nur, weil es die ersten klimatisierten Regionalzüge auf dem Gebiet des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) waren. Bei den letzten beiden ZVV-Kundenbefragungen erhielt Thurbo stets überdurchschnittliche Noten. Geschätzt wurden etwa das bequeme Ein- und Aussteigen dank Niederflurwagen oder die geringen Fahrgeräusche. Weniger gut bewertet wurden die Anzahl Sitzplätze und der Sitzkomfort.

Stark gewachsen

Einige Linien im Raum Winterthur haben in den letzten Jahren ein kräftiges Wachstum hingelegt, wie ein Blick in die Statistik zeigt. Die S33 etwa gehörte zeitweise zu den ZVV-Strecken mit dem grössten prozentualen Zuwachs an Passagieren (allerdings auf relativ tiefem Niveau). Doch ZVV-Verkehrsplaner Dominik Brühwiler warnt vor voreiligen Schlüssen: Die Leute würden kaum wegen neuer Zugwagen auf die S-Bahn umsteigen, sagt er. «Viel wichtiger als das Rollmaterial ist das Fahrplanangebot.» Und das sei im letzten Jahrzehnt auf allen ZVV-Strecken, die Thurbo betreibt, verbessert worden.

Thurbo transportiert heute rund 24 Millionen Passagiere in einem Gebiet, das sich vom Rheintal im Osten bis Waldshut im Westen erstreckt. Gegründet wurde das Unternehmen einst als Allianz der SBB und der Mittelthurgaubahn, die 2003 unter einem Schuldenberg zusammenkrachte. Die Mittelthurgaubahn hatte in den Neunzigerjahren mit der damals wenig bekannten Firma Stadler begonnen, neue Regionalzüge zu entwickeln – die GTW. Heute verkehren auf dem Thurbo-Netz 80 solcher Kompositionen der zweiten Generation. Die Vorteile, die die Manager überzeugten, waren der Niederflureinstieg, die grossen Panoramafenster sowie die multifunktionale Plattform, wo man gleichermassen Kinderwagen, Rollstühle oder Velos abstellen kann.

Leichter Rückgang

Aktuell steckt der ZVV in einem millionenteuren Ausbauprojekt, der vierten Teilergänzung, die 2018 abgeschlossen sein soll. Danach werden um Winterthur herum wohl etwas weniger weisse Thurbo-Flitzer zu sehen sein. Klar ist, dass zwischen Winterthur und Schaffhausen nur noch Doppelstock-Kompositionen verkehren sollen. Auch durchs Tösstal werden Doppelstöcker rauschen, da die S11 nach Wila verlängert wird. Die S26 fährt aber wie gewohnt weiter nach Rüti. Nach Bülach, Stein am Rhein und Weinfelden gibt es keine Änderungen. Wie der Mix nach Wil aussieht, ist noch offen.

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