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Einwohner von Lac-Mégantic gedenken Zugunglück vor einem Jahr

Still hat das kanadische Städtchen Lac-Mégantic der Zugkatastrophe vor einem Jahr gedacht. In der Nacht zum 6. Juli 2013 verwandelte sich die Stadt in ein Inferno mit 47 Toten. Nach einem Jahr sind die Narben noch frisch, auch wenn der Ort Zeichen der Hoffnung setzt.

Um 1.15 Uhr Ortszeit am Sonntag, dem Zeitpunkt des Unglücks, gingen etwa 1000 Einwohnerinnen und Einwohner mit Kerzen durch den Ort und erinnerten an die 47 Menschen, die damals starben. Vor einem Jahr war ein führerloser Güterzug - beladen mit Rohöltanks - entgleist und hatte den Ort im Osten Kanadas an der Grenze zu den USA in ein Flammenmeer verwandelt.

In einer Messe versuchte Bürgermeisterin Colette Roy Laroche den Schrecken begreifbar zu machen. "Anfangs wollten wir uns selbst weismachen, dass alles nicht wahr ist", sagte sie der Zeitung "Globe and Mail" zufolge. "Aber als wir die Hände von den Augen nahmen, war das Schreckliche immer noch da. Es war ein Alptraum über unsere Stadt gekommen."

Zugleich habe man grossen Zuspruch erfahren. "Wir wurden von einer Welle der Liebe und der Solidarität überschüttet." Lac-Mégantic dürfe nicht vergessen, müsse aber nach vorn schauen, sagte die Bürgermeisterin.

Zeichen des Lebens

Am Tag zuvor hatten die Einwohner junge Forellen ausgesetzt, Blumen in einem neuen Park gepflanzt und Hunderte Schmetterlinge als Zeichen des Lebens fliegen lassen. Überall fanden auch private Gedenkfeiern statt.

Das Städtchen hat nicht einmal 6000 Einwohner und liegt fernab der Metropolen in einer waldreichen Gegend. Das Unglück hatte die Einwohner wie ein Schock getroffen. Das Zentrum der Kleinstadt wurde bei dem Unglück auf einer Fläche von zwei Quadratkilometern völlig verwüstet.

Der kleine Ort ist eine Transit-Station für Kesselwagen mit Rohöl. Immer mehr Öl wird in den USA und Kanada auf der Schiene transportiert. In Lac-Mégantic waren es 2009 etwa 500 Wagenladungen, im vergangenen Jahr 160'000.

Nach dem Unglück wurden nur 42 Leichen entdeckt, fünf Menschen blieben vermisst. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie so sehr verbrannten, dass keine Überreste gefunden werden konnten. Das älteste Opfer war eine 93 Jahre alte Frau, die jüngsten Opfer zwei Schwestern, vier und neun Jahre alt.

(sda)

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