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Elfenbein oder nicht war die Frage

Eine alte Münze, ein rätselhafter Gegenstand vom Dachboden oder eine Kuriosität aus einer Erbschaft: All dies konnten Interessierte am Samstag von Experten begutachten lassen.

Das Prinzip ist einfach: Ein Familienschatz, sein Besitzer und Sachverständige für Güter vergangener Zeiten treffen zusammen, ohne grosse Vorbereitung. So funktioniert der Museumsbestimmungstag, der am Samstagnachmittag bereits zum neunten Mal durchgeführt wurde. Im Münzkabinett und in der Antikensammlung in der Villa Bühler fanden sich zahlreiche Interessierte ein, die Bilder, Schmuckstücke und alte Schriften mitgebracht hatten und deren Herkunft und Alter von Experten bestimmen lassen wollten.

Das war manchmal gar nicht so einfach. Das musste auch Harry Joelson zugeben. Er ist Musikwissenschaftler und ehemaliger Leiter der Sondersammlungen. «Die Schrift kann ich zwar nicht lesen, aber ich vermute, dass sie aus dem grossindischen Raum stammt», beschied er dem Besitzer eines alten Palmblattbuches, das dieser vorbeigebracht hatte.

Ins Auktionshaus geschickt

Eine andere Besucherin erschien mit einem Set kleiner zierlicher Figuren, von denen sie vermutete, sie könnten aus Elfenbein sein. Auch hier kamen die Experten zu keinem schlüssigen Resultat. Peter Bretscher, Kurator des Historischen Museums Thurgau, begutachtete die Figuren mit der Lupe. «Ich nehme an, dass sie aus dem asiatischen Raum stammen, kann Ihnen leider aber beim besten Willen nicht weiterhelfen», lautete sein Kommentar. Sein Tipp: Er würde die Figuren entweder bei einem Auktionshaus vorbeibringen oder von Experten des Museums Rietberg in Zürich begutachten lassen, die dar­auf spezialisiert sind.

Einfacher war die Expertise bei Alltagsgegenständen; ihre Herkunft konnte meistens eruiert werden. Wie die Jahre zuvor wurde am Museumsbestimmungstag wieder ein breites Spektrum an Gegenständen begutachtet, dar­un­ter archäologische Funde, naturkundliche Objekte, Bilder und Grafiken sowie Druckerzeugnisse und Handschriften vergangener Jahrhunderte. Dabei wurde offensichtlich, dass in vielen Haushalten Gegenstände gehortet werden, deren Alter oder Zweck man nicht kennt, oder Erbstücke, deren Herkunft man nicht mehr bestimmen kann.

Der Museumsbestimmungstag ist eine willkommene Gelegenheit, solche Gegenstände aus der Versenkung zu holen und ans Licht zu bringen. Das Angebot stiess denn auch in diesem Jahr auf grosses Interesse: Im Foyer des Münzkabinetts mussten sich die Leute gedulden, bis sie an der Reihe waren. Organisiert wurde der Museumstag vom Münzkabinett und vom Museum Lindengut, in Zusammenarbeit mit den Winterthurer Bibliotheken, der Kantonsarchäologie Zürich, dem Naturmuseum, der Uhrensammlung Kellenberger und weiteren In­sti­tu­tio­nen.

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