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Eltern lehnen Begleitung auf Schulweg ab

Vor den Schulhäusern in Bassersdorf stauen sich die «Elterntaxis». Um dies zu verhindern, hätten die Eltern einen Pedibus gründen sollen. Der Versuch ist gescheitert.

«Sind Sie der Meinung, dass der Weg Ihres Kindes zu gefährlich ist? Dann begleiten Sie es doch zu Fuss. Fehlt Ihnen die Zeit, so gründen Sie einen Pedibus.» So lautet der Auszug eines Schreibens der Polizei Bassersdorf, das im Ortsblatt sowie in der Schulzeitung von Bassersdorf publiziert wurde. «Die Elterntaxis nehmen bei uns im Ort überhand», erklärt Polizist Thomas Rutz. Deshalb sei von Seiten der Polizei auch der Input an die Eltern erfolgt, einen Pedibus zu lancieren. «Vor den Schulhäusern herrschen prekäre Verkehrssi­tua­tio­nen. Diverse Eltern respektieren nicht einmal das Halteverbot», sagt Rutz. «Die Unfallgefahr direkt vor den Schulgebäuden ist grösser als auf dem Schulweg.» Der Pedibus, eine organisierte Begleitung der Kinder durch Erwachsene zu Fuss, wäre nach Rutz’ Meinung eine sinnvolle Alternative. In der Romandie funktionierts ... Der Pedibus eigne sich für Kinder von vier bis acht Jahren und sei die ideale Lösung, wenn der Schulweg gefährliche Strassenabschnitte quere, meint Christine Steinmann vom Verkehrs-Club der Schweiz. Der VCS hat das Projekt Pedibus in der Schweiz lanciert. In der Westschweiz funktioniert der Begleitservice gemäss Steinmann seit rund 15 Jahren mit beachtlichem Erfolg. In der Deutschschweiz hingegen läuft das Projekt harzig. «Möglicherweise hat das mit der Mentalität der Deutschschweizer zu tun, die meiner Meinung nach eher zu den Individualisten zählen», sagt Steinmann. Und grundsätzlich – und dies beziehe sich nicht nur auf die Deutschschweiz – sei es wohl so, dass in reicheren Gemeinden, wo man pro Haushalt zwei Autos besitze, die Kinder problemlos rasch zur Schule gefahren werden könnten. Tatsache ist, dass das Projekt Pedibus in der Deutschschweiz einen schweren Stand hat. So auch in Bassersdorf, wo das Projekt gar nie zum Laufen kam. Die Schulleitung übergab dem Elternrat das Thema zur Bearbeitung. Dieser hätte dar­über abstimmen und dann die Realisierung an die Hand nehmen sollen, sagt Christoph Isler, Präsident des Elternrates Steinlig in Bassersdorf. «Leider sprach sich keine Mehrheit fürs Thema aus.» Als Pro­blem sieht Isler unter anderem die Zusammensetzung des Elternrates, der sich ständig neu formiert. Eine Kompetenzregelung sei somit schwierig. «Wir haben in verschiedenen Publikationen auf das Projekt aufmerksam gemacht», sagt Hans Stutz, Schulpräsident von Bassersdorf. «Leider war die Mithilfebereitschaft von Seiten der Eltern wirklich mager.» Stutz findet den Pedibus eine gute Sache: «Der Schulweg ist sehr wichtig, auch in Bezug auf das soziale Verhalten der Kinder. Ich bin mir aber nicht sicher, ob exakt die, die mit dem Elterntaxi unterwegs sind, auf den Pedibus umsteigen würden.» Der Schulpräsident beobachtet aber seit geraumer Zeit, dass sich kleinere Gruppen von Eltern und Kindern gebildet haben, die – ohne das Label Pedibus – individuell auf dem Schulweg in Bassersdorf unterwegs sind. ... und in Eglisau auch Dass es mit dem Pedibus auch klappen kann, zeigt sich am Beispiel Eglisau. Hier startete das Pilotprojekt nach den Sommerferien und soll noch bis Weihnachten verlängert werden. «Am Anfang meldeten sich nur vier Kinder an», sagt Initiantin und Schulpflegerin Margrith Waiblinger, die das Projekt zusammen mit ihrer Schulpflegekollegin Regula Peter durchführt. Mittlerweile machen bis zu acht Kinder mit.

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