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Ende einer Karriere

moskau. Elf Monate nach dem Säureanschlag auf Sergej Filin, den Ballettchef des Moskauer Bolschoi-Theaters, hat das Moskauer Gericht den Tänzer Pawel Dmitritschenko zu sechs Jahren Straflager verurteilt.

Der Startänzer Pawel Dmitritschenko habe zusammen mit zwei anderen Männern die Pläne für das Attentat auf den Ballettdirektor Sergej Filin geschmiedet, sagte eine Richterin gestern, weil er sich am künstlerischen Führungsstil seines Chefs gestört habe. Dieser erlitt beim Anschlag am 17. Januar schwerste Verätzungen Auch nach mehr als 20 Operationen in der Augenklinik in Aachen leidet er an den Folgen des Attentats. Die Staatsanwaltschaft hatte für Dmitritschenko, der den Angriff in Auftrag gegeben haben soll, neun Jahre Gefängnis gefordert, für den mutmasslichen Täter Juri Saruzki sogar zehn Jahre. Der Fahrer der beiden, Andrej Lipatow, soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sechs Jahre hinter Gitter.

Mit seiner Verurteilung geht für den 1984 in Moskau in einer Künstlerfamilie geborenen Startänzer Pawel Dmitritschenko eine glanzvolle Karriere jäh zu Ende. Mehr als zehn Jahre tanzte er am legendären Bolschoi-Theater. Dmitritschenko ar­bei­te­te sich zum führenden Solisten hinauf. Bejubelt wurde insbesondere auch seine Sprungkraft in der Titelrolle des Balletts «Spartak».

Dmitritschenko warf seinem Chef vor, Rollen in Ballettaufführungen willkürlich und undurchsichtig zu besetzen. Kollegen bescheinigten dem Tänzer, sich stets für andere in der Truppe engagiert zu haben. Wohl auch wegen seines bisweilen aufbrausenden Temperaments tanzte er im Ballett «Iwan der Schreckliche» die Titelrolle (Bild). Anders als der blutrünstige russische Zar aus dem 16. Jahrhundert sei Dmitritschenko aber ein mitfühlender und guter Mensch, betonten seine Kollegen. (sda)

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