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Ende für städtische Nähkurse

Die Stadt stellt die Nähkurse für Erwachsene nächsten Sommer ein. In einer Abstimmung im September 2011 entschied das Volk, dass solche Fortbildungsangebote für den Staat keine Pflicht mehr sind. Offen ist, ob die Kursleiterinnen auf privater Basis weitermachen.

Ab Sommer 2013 bietet die Stadt keine Nähkurse für Erwachsene mehr an. Dieser Entscheid mache ihm auch keine Freude, erklärte Schulvorsteher Stefan Fritschi gestern: «Dem Stadtrat ist bewusst, dass die Nähkurse sinnvoll und bei der Bevölkerung beliebt waren.» Doch seit der kantonalen Volksabstimmung im September 2011 gehörten diese Kurse nicht mehr zum Pflichtangebot der Elternbildung. Damals hob das Stimmvolk das «Gesetz über die hauswirtschaftliche Fortbildung» mit einer hauchdünnen Mehrheit von 50,2 Prozent auf. Dass sich Winterthur damals mit 50,9 Prozent gegen eine Aufhebung entschied, ändert nichts am kantonalen Entscheid. «Nun fehlt die Grundlage, um dieses stark subventionierte Angebot weiterzuführen», sagt Fritschi. Die Nähkurse – aktuell besuchen 138 Teilnehmerinnen 13 Kurse – werden mit rund 100 000 Franken im Jahr subventioniert. Da der Kanton wegen des negativen Volksentscheids keine Beiträge mehr bezahlt, kann sich die Stadt die Nähstunden für Erwachsenen nicht mehr leisten. Deren Einstellung war absehbar. «Dies wird nicht die letzte Dienstleistung sein, die die Stadt abbauen muss», sagt Fritschi angesichts der aktuellen Finanzlage.

Betroffen sind sechs Lehrerinnen, die sich rund 1,5 Stellen teilen. «Wir bedauern den Entscheid», sagt Kursleiterin Barbara Kläui. Der Abbau sei schade, weil es in den Kursen um mehr als ums Nähen gehe. «Wir schaffen auch sozialen Zusammenhalt, zwischen Alten und Jungen sowie zwischen Ausländerinnen und Schweizerinnen.» Kläui weist dar­auf hin, dass andere Gemeinden wie etwa die Stadt Zürich Nähkurse auch ohne Kantonsgelder weiterführen. Offen ist, ob die Leiterinnen auf privater Basis weitermachen. «Wir werden im Januar entscheiden, wie es weitergehen soll», sagt Kläui. Die Stadt würde die Weiterführung begrüssen und unterstützen: Den bisherigen Kursleiterinnen würden die Räume an der Hauswirtschaftlichen Fortbildungsschule in der Grüze für einige Zeit kostenlos zur Verfügung gestellt. Zudem werden die Kursleiterinnen bei der Stellensuche unterstützt. Sofern sie keine Stelle finden, zahlt die Stadt im Rahmen eines Sozialplans eine Abfindung.

Erziehungskurse bleiben

Bereits aufgehoben hat die Stadt ihre Kochkurse für Erwachsene. Dort werden einige wenige Kurse, die sich an Behinderte richten, von Pro Infirmis weitergeführt. Beibehalten werden hingegen die Deutsch- und Elternbildungsangebote. «Da haben wir die politische Überzeugung, dass die Kurse den Schulalltag erleichtern», sagt Fritschi. Es bezahle sich beispielsweise aus, wenn die Eltern im Kontakt mit den Lehrern über ausreichende Deutschkenntnisse verfügten.

Die Nähkurse waren auch im Gemeinderat schon ein Thema: Christian Ingold (EVP) hat in einer Interpellation deren Fortführung gefordert. Er überlege sich nun weitere Schritte, sagte er gestern auf Anfrage: «Auch mir ist aber klar, dass die jetzige Finanzsi­tua­tion für Mehrausgaben ungünstig ist.»

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