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Endstation Halbfinal

maienfeld. Dem HC Rychenberg gelingt im Halbfinal gegen Alligator Malans keine weitere Überraschung. Zwei knappe Auswärtsniederlagen bedeuten das Ende einer guten Saison.

Die Halbfinalserie zwischen dem HC Rychenberg und dem UHC Alligator Malans war auch an diesem Wochenende nichts für schwache Nerven. Wie bereits in den drei Spielen zuvor hielt die Spannung das Publikum auch in Maienfeld bis zum Schlusspfiff auf Trab.

Den Winterthurern war das Wettkampfglück nicht hold. Sowohl beim 4:5 am Samstag als auch beim 2:4 am Sonntag besassen sie Siegchancen, mussten sich dem Qualifikationssieger in der Serie aber 1:4 beugen, nicht zuletzt weil sie – durch die Absenz ihres schussgewaltigen Abwehrchefs Mikael Lax – im Po­werplay zu kompliziert agierten.

Die grosse Ausgeglichenheit

Am Samstag entspann sich ein Spiel, das in vielem an die ersten drei der Serie erinnerte: Die beiden Kontrahenten versteckten sich nicht, sondern lieferten sich einen offensiv geführten, erbitterten Kampf auf Messers Schneide und waren sich in nahezu allen Belangen ebenbürtig. Dabei wechselten die Vorteile in schöner Regelmässigkeit von der einen zur anderen Seite. «Unser Start und unser zweites Drittel waren nicht so gut», fand Rychenbergs Trainer Rolf Kern. In diesen Phasen besass Malans ein Plus an erfolgsversprechenden Chancen, was sich in einer 4:3-Führung nach 40 Minuten manifestierte.

Die zweite Hälfte des ersten Abschnitts und die erste knappe Viertelstunde des Schlussdrittels gehörten hingegen überwiegend Kerns Team. Dieses Übergewicht schlug sich in der 2:1-Führung nach dem ersten Abschnitt und Michel Schwerzmanns Ausgleich (49.) nieder. Die durchaus verdiente erneute Führung, die Malans in Zugzwang gebracht hätte, gelang in dieser zweiten Druckphase jedoch nicht, auch weil Jukka-Pekka Kinnunen seinen Penalty in der 52. Minute nicht verwertete.

Die Ausgeglichenheit brachte es mit sich, dass die Entscheidung – wie schon in den Partien 1 bis 3 – zwangsläufig erst in den letzten Sekunden fallen musste und der Sieg etwas Zufälliges an sich hatte. Es war auch, wie meistens in solch engen Spielen, ein «hässliches» Tor, das für die Entscheidung sorgte: Als das Spiel fünf Minuten vor Schluss beim Stand von 4:4 auf beide Seiten kippen konnte, balgte sich ein halbes Dutzend Spieler beider Couleur rund fünf Meter vor dem Rychenberger Tor um den herrenlosen Ball. Einer hielt einfach mal drauf und erwischte Goalie Pascal Meier, dem die Sicht verstellt war, zwischen den Beinen. Rychenberg fand, nach der Herausnahme des Torhüters 77 Sekunden vor Schluss, keinen Weg mehr durch die dichte Malanser Abwehr hindurch.

«Es liegt in unserer Macht»

Den Ausschlag zugunsten der Bündner gab, dass sie in einem massgeblichen Punkt Vorteile besassen: im Powerplay. Während sie zwei ihrer drei Überzahlspiele ausnutzten, blieb Rychenberg in fünf Versuchen ohne Torerfolg. Dass die verletzungsbedingte Absenz von Lax in dieser Disziplin schwer wog, war offensichtlich. Über Unabänderbares nachsinnen wollte Kern aber nicht. Stattdessen führte er kurz und knapp aus: «Unsere ‹Special Teams› müssten besser sein. Und den Penalty müssten wir auch nutzen. Es liegt in unserer Macht, dies zu ändern.»

Am Sonntag versuchte der HCR, das Spiel zu kontrollieren und das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Dies gelang ihm mal besser, mal schlechter. Insgesamt hatte Goalie Meier bei einer solchen Spielweise zu viel zu tun.

Dennoch ging die Rechnung lange Zeit auf. Malans fand keine Antwort auf Kinnunens 1:0 in der 6. Minute, und dass seine Mannschaft in der ersten Hälfte des Mitteldrittels eine vierminütige Unterzahl relativ problemlos überstanden hatte, hätte ein Knackpunkt sein können. Doch es kam anders. Auch begünstigt von den Schiedsrichtern, welche zwei Tätlichkeiten der Heimmannschaft tolerierten (oder nicht gesehen hatten) und Malans auch sonst mit Strafen verschonten, fand der Favorit den Weg zum Erfolg. Schwerzmanns Ausgleich in der 38. Minute war für Rychenberg zu wenig, um als Sieger vom Feld gehen zu können.

Die beiden Niederlagen in Maienfeld bedeuten für die Winterthurer das Ende einer gelungenen Saison. In Erinnerung wird bleiben, wie Kerns Mannschaft Titelverteidiger Wiler-Ersigen ausschaltete und dass sie auch Qualifikationssieger Malans in eine enge Serie verstrickten. Ärgerlich war, dass gar noch mehr möglich gewesen wäre.

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