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Entscheid über Feuerwehr vorerst vertagt

Ein Austritt aus dem Feuerwehrzweckverband Elsau-Schlatt muss laut Bezirksrat definitiv zuerst vors Volk. Eine Anschlusslösung mit Winterthur stösst bei den Els­au­er Feuerwehrleuten weiterhin auf Kritik.

Ein Entscheid über die Zukunft der Feuerwehr in Els­au verzögert sich. Der Grund: Der Winterthurer Bezirksrat hat einen Stimmrechtsrekurs gutgeheissen. Dies gab Gemeindepräsident Hans­ueli Sommer an einer Infoveranstaltung am Montagabend bekannt, die von über 60 Teilnehmern – fast ausschliesslich aus feuerwehrnahen Kreisen – besucht wurde. Damit ist klar, dass auch der Austritt aus dem bisherigen Feuerwehrzweckverband Elsau-Schlatt vors Volk muss. «Somit sind wir wieder auf Feld 1», erklärte Sommer. Die Behörde ging davon aus, dass nur der Anschlussvertrag mit dem neuen Wunschpartner – der Feuerwehr Winterthur – dem Stimmvolk im Sommer vorgelegt werden muss. Dies, weil die Gemeindeordnung keine explizite Regel beim Austritt aus einem Zweckverband enthält. Der Bezirksrat jedoch sieht es anders. Damit gerät der ganze Fahrplan durcheinander. Der angestrebte Vertrag mit Winterthur per Anfang 2015 ist nicht mehr realistisch. Eine neue Vorlage wäre laut Sommer wohl erst reif für die Gemeindeversammlung im Dezember. Alternative gefordert Der Rekurrent – ein ehemaliger Feuerwehrkommandant – munterte den Gemeinderat daher gleich auf, noch einmal über die Bücher zu gehen: «Ihr zerstört eine funktionierende Feuerwehr. Ein Entscheid kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.» Damit würde auch ein Stück Gemeindeautonomie aufgegeben. Er warnte die Behörde zudem davor, eine Lösung «durchzustieren». Stattdessen solle dem Stimmbürger eine Alternative vorgelegt werden. Generell mussten sich der Gemeinderat und der anwesende Winterthurer Feuerwehrkommandant Jürg Bühlmann einer Vielzahl kritischer Fragen stellen. Die Ängste reichten so weit, dass die Winterthurer Feuerwehr einen Brand auf Els­au­er Gemeindegebiet nur zweitrangig behandeln könnte. Doch Feuerwehrkommandant Bühlmann versicherte: «Wir sind in 15 Minuten bei Ihnen.» Ein Fragezeichen wurde auch beim Verhältnis der Feuerwehrleute zur Einwohnerzahl gesetzt. In Winterthur gibt es 50 Berufsfeuerwehrleute und über 100 Freiwillige. Der Mindestbestand für ­Elsau-Schlatt liegt bei 60 Feuerwehrleuten. Doch Bühlmann erklärte, dass man im Ernstfall bei den Freiwilligen nur mit 50 Prozent der alarmierten Leute rechnen kann. Die Vorgabe, dass 30 Leute in 30 Minuten auf dem Schadenplatz sein müssen, wird daher in der Stadt mit Berufsleuten abgedeckt. «Eine andere Lösung wäre betriebswirtschaftlicher Wahnsinn», so Bühlmann. Allerdings wies er auch dar­auf hin, dass derzeit im Kanton unter anderem dar­über diskutiert werde, die Mindestbestände aufzuheben. Fusionsvariante Ein weiterer Votant brachte die Fusion der beiden Feuerwehren Elsau-Schlatt und Elgg-Hagenbuch-Hofstetten aufs Tapet. Doch der Els­au­er Gemeindepräsident Sommer entgegnete: «Dies löst die Probleme nur kurzfristig.» Zudem habe man das Interesse von dort bisher nicht gespürt. Die Feuerwehrproblematik präsentiert sich in Els­au nicht anders als im ganzen Kanton: Die Rekrutierung der Feuerwehrleute und des Kaders wird immer schwie­- riger, wie Sicherheitsvorstand Daniel Kälin erklärte. Weil immer mehr Berufsleute pendeln, fehlen vor allem tagsüber genügend Einsatzkräfte. Jüngere Feuerwehrleute engagieren sich heute durchschnittlich zudem viel weniger lang als früher. Der Bestand könnte dadurch nicht nur in Els­au bald eine kritische Grenze unterschreiten. Mit einem Anschluss an Winterthur würden alle Probleme gelöst, ist der Gemeinderat überzeugt. Gemäss seinen Berechnungen wäre die Lösung praktisch kostenneutral. Zusätzlich könnten die Els­au­er weiterhin Feuerwehrdienst im Winterthurer Freiwilligenkorps leisten. Sommer betonte zudem noch einmal, dass sich der Gemeinderat auf eine Studie der Feuerwehrkommandanten im Eulachtal und der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich abstützt. Diese empfiehlt den Anschluss von Els­au an Winterthur sowie von Schlatt an die Feuerwehr Eulachtal (Elgg-Hagenbuch-Hofstetten).

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