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Erfolgloser Appell der UNO

Die UNO fordert die Kriegsparteien in Nahost auf, das Feuer dauerhaft einzustellen. Dennoch gibt es weiterhin Opfer auf beiden Seiten.

Zum Beginn des islamischen Fests des Fastenbrechens am Ende des Ramadan, Eid al-Fitr, haben sich die Kämpfe im Nahen Osten zunächst abgeschwächt. Nach Angaben der israelischen Armee stellten sowohl Israel als auch die Hamas im Gazastreifen in der Nacht auf gestern ihren Beschuss ein, am Vormittag gab es aber wieder vereinzelte Angriffe, und am späteren Nachmittag starben auf beiden Seiten erneut mehrere Zivilisten. Die palästinensischen Behörden vermeldeten am Montag über ein Dutzend Tote, während Israel von vier Opfern auf eigener Seite sprach. Die vier Zivilisten wurden laut israelischen Medien durch eine Mörsergranate aus dem Gazastreifen getötet. Das Geschoss sei nahe der Grenze zu dem Palästinensergebiet eingeschlagen. Demnach wurden etwa zehn weitere Menschen verletzt. Die israelische Armee setzte die Zerstörung unterirdischer Tunnel im Osten des Gazastreifens fort. Der Hamas warf die Armee vor, erneut 17 Raketen auf israelisches Territorium abgeschossen zu haben.

Tote Zivilisten

Durch den Beschuss eines israelischen Panzers in Dschabalija im Gazastreifen wurden nach palästinensischen Angaben zwei Menschen getötet, darunter ein vierjähriger Junge. Im Flüchtlingslager Schati an der Küste starben - ebenfalls nach palästinensischen Angaben - bei einem Angriff zehn Menschen, davon acht Kinder; mindestens 46 Menschen wurden verletzt. Am Abend berichteten palästinensische Rettungskräfte von zehn weiteren Toten, darunter drei Kinder. Auch auf dem Gelände des Schifa-Krankenhauses schlug eine Rakete ein, verletzt wurde niemand.

Israel beschuldigt die Hamas

Die israelische Armee wies der Hamas die Verantwortung für den Beschuss des Lagers und der Klinik zu. In «beiden Gegenden» habe die Hamas Raketen abgeschossen, nicht Israel. Ein Militärsprecher sagte dazu, seit Beginn des Konflikts vor drei Wochen hätten etwa 200 Raketen aus dem Gazastreifen ihr Ziel verfehlt und seien statt in Israel in dem Palästinensergebiet eingeschlagen. Alle 15 Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats nahmen in der Nacht auf gestern eine Erklärung an, in der beide Konfliktparteien dazu aufgerufen werden, während des islamischen Fests zum Ende des Ramadans «und darüber hinaus» das Feuer einzustellen. «Zivile und humanitäre Einrichtungen, auch solche der UNO, müssen respektiert und geschützt werden», hiess es weiter. Nothilfe für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen müsse ermöglicht werden.

Zahnloser Appell der UNO

er palästinensische UNO-Botschafter Rijad Mansur kritisierte, dass der Sicherheitsrat lediglich eine Erklärung verabschiedet habe und dass darin auch kein Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen verlangt werde. Erklärungen des höchsten UNO-Gremiums sind im Gegensatz zu Resolutionen völkerrechtlich nicht bindend.

«Unser Blut für Gaza»

In Ostjerusalem demonstrierten am Montag an der Al-Aqsa-Moschee rund 45000 Palästinenser gegen die israelische Militäroffensive, während sie sich zu Gebeten zum Beginn des Fests Eid al-Fitr versammelten. «Unser Blut für Gaza» sangen viele, einige trugen T-Shirts mit Slogans, die die Hamas und ihre bewaffneten Einheiten unterstützen. Im Gazastreifen versuchten viele Palästinenser gestern, das dreitägige religiöse Fest zu begehen. Mehrere Hundert Menschen kamen zum Gebet in die Al-Omari-Moschee, gingen danach aber schnell nach Hause oder zum Friedhof, um verlorene Familienangehörige zu betrauern.

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