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Erfolgreiche Titelverteidigung

Krasnaja POljana. Die Deutsche Maria Höfl-Riesch gewann wie vor vier Jahren Gold in der Super-Kombination. Dominique Gisin wurde Fünfte, Lara Gut schied im Slalom aus.

Maria Höfl-Riesch Olympiasiegerin vor Nicole Hosp – nach dem ersten alpinen Wettkampf der Frauen an diesen Spielen zeigte die Rangliste auf den ersten zwei Plätzen kein unerwartetes Bild. Die Bayerin mit Wohnsitz in Kitzbühel ist in der Abfahrt und im Slalom, den beiden Elementen der Super-Kombination, immer zu Siegen fähig. Im Weltcup gewann sie in diesem Winter schon drei Abfahrten und im Slalom, wo sie am übernächsten Freitag ebenfalls als Titelverteidigerin antritt, stand sie auch schon zweimal auf dem Podest.

Neben ihren nun drei olympischen Goldmedaillen hat Höfl-Riesch auch bereits sechs WM-Medaillen auf ihrem Konto. Gestern stiess sie als Fünfte der Abfahrt noch ganz an die Spitze vor. «Ich kann es gar nicht glauben, es ist überwältigend. Wie im Märchen», jubelte sie im Ziel. «Im Training hat es zuletzt nicht geklappt, im Slalom lief es auch nicht so rund. Die Abfahrt heute früh war nicht optimal, die Piste im Slalom war schwer zu fahren.»

Für die Tirolerin Nicole Hosp ist Rang 2 die logische Folge ihrer Konstanz in dieser Disziplin. Sie war in den letzten fünf Weltcup-Wettbewerben einmal Vierte sowie je zweimal Zweite und Dritte und hatte an der WM in Schladming Bronze gewonnen. Die Olympischen Spiele vor vier Jahren hatte Hosp wegen eines Kreuzbandrisses verpasst. Nun eroberte sich Österreichs bisher letzte Siegerin im Gesamtweltcup (2006/07) und Silbermedaillengewinnerin im Slalom 2006 in Turin ebenfalls ihr neuntes Edelmetall an einem Grossanlass.

Für die Überraschung auf dem Podest sorgte Julia Mancuso. Die Amerikanerin legte die Basis zu ihrem Coup mit klarer Bestzeit in der Abfahrt und behielt in der Endabrechnung im Vergleich mit Tina Maze das bessere Ende mit einem Zehntel Vorsprung für sich.

Die Leistung von Mancuso kam umso überraschender, als sie in diesem Winter bisher kaum etwas gerissen hatte. Eine erste Annäherung an die Spitze war ihr erst bei den Speed-Rennen in Cortina vor knapp zwei Wochen gelungen. Doch Grossanlässe scheinen Mancuso zu Sonderefforts anzustacheln. Gestern sicherte auch sie sich zum neunten Mal Olympia- oder WM-Edelmetall und empfahl sich für weitere Grosstaten in Sotschi. Ausserdem schaffte die Riesenslalom-Olympiasiegerin von Turin etwas, was vor ihr erst zwei ihrer Landsleute gelungen war. Mancuso hat nun an drei auf­einanderfolgenden Winterspielen jeweils mindestens eine Medaille gewonnen. Die anderen beiden sind der Shorttracker Apolo Anton Ohno und die Eisschnellläuferin Bonnie Blair.

Zu langsam in der Abfahrt

Eine Überraschung lag auch für zwei Schweizerinnen im Bereich des Möglichen. Dominique Gisin vergab eine bessere Klassierung in der Abfahrt, in der sie sich mit 1,33 Sekunden Rückstand eine wider Erwarten grosse Hypothek eingehandelt hatte. «Ich habe zu viel gewollt, wollte noch schneller fahren als im Training. Doch das hätte es nicht gebraucht», ärgerte sich die Engelbergerin. Das Zwischenergebnis schmerzte zusätzlich, weil Gisin im Slalom so stark fuhr wie noch nie im Stangenwald.

«In den letzten Toren sind mir einige Fehler unterlaufen. Doch bis zur letzten Zwischenzeit war das wirklich ganz gut, wenn ich sehe, wie klein der Rückstand bis dorthin war.» Bei besagter Marke hatte sie auf Höfl-Riesch 53 und auf Hosp 32 Hundertstel eingebüsst. Am Ende fehlte ihr aber doch beinahe eine Sekunde zu Bronze.

Besser war es Lara Gut in der Abfahrt gelaufen. Als Zweitplatzierte, 47 Hundertstel hinter Mancuso, hielt sie ihre Chance auf eine Medaille durchaus offen. Doch die Tessinerin kam im Slalom nicht weit. Ein Anhänger mit dem linken Skischuh warf sie aus dem Rhythmus und schliesslich aus der Bahn. «Das Ausscheiden tut weh im Moment», sagte Gut, nachdem sie im Ziel ein paar Tränen vergossen hatte. Bereits in der Super-Kombination an der WM 2011 in Garmisch war die Tessinerin, eine Medaille vor Augen, im Slalom, damals allerdings kurz vor dem Ziel, gescheitert.

Der gelungene Auftritt in der Abfahrt war für Gut wenig tröstlich, auch wenn er mit Blick auf morgen Mittwoch einiges verspricht. Sie habe sich zugetraut, um die Medaillen mitzukämpfen. «Alle können Fehler machen, vor allem im Slalom. So ist immer alles möglich.» Sie habe auch gewusst, alles riskieren zu müssen. «Ich habe es zumindest probiert. Es war auf jeden Fall besser, als mit der Handbremse herunterzufahren und Vierte zu werden.»

Als zweite Fahrerin von Swiss-Ski scheint Denise Feierabend im Klassement auf. Die Slalom-Spezialistin wurde Zwölfte. Schon in der Abfahrt war Marianne Kaufmann-Abderhalden gescheitert. Nach einem Verschneider verpasste die Toggenburgerin nach rund 35 Fahrsekunden ein Tor.

Gagnon mit Schulterluxation

Die Kanadierin Marie-Michèle Ga­gnon zog sich bei ihrem gestrigen Sturz im Slalom der Super-Kombination eine Schulterluxation zu. Ob sie in Sotschi noch zum Einsatz kommen wird, ist offen. Gagnon hatte im Januar bei der Super-Kombi in Zauchensee ihren ersten Weltcupsieg gefeiert. (red/si)

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