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Erich Vogel verhört Staatsanwalt

Laut Anklage haben der Spielervermittler Peter Bozzetti und Ex-GC-Manager Erich Vogel versucht, von YB-Sportchef Fredy Bickel 131 000 Franken zu erpressen. Vor Gericht drehte Vogel gestern den Spiess um und kritisierte den Staatsanwalt.

Vogel und der Spielervermittler Peter Bozzetti sollen gemäss der Anklageschrift im Spätsommer 2013 versucht haben, den YB-Sportchef Fredy Bickel zu erpressen. Der mutmassliche Haupttäter Bozzetti nahm damals mit Bickel Kontakt auf und erklärte ihm, dass er über «heisse Dokumente» über ihn verfüge. Laut Anklage schaltete sich auch Vogel als Pa­tron Bozzettis ein und führte ge­gen­über dem Anwalt Bickels aus, dass es sich um «hochexplosive Ware» handle. Sie könnte das Karriereende Bickels bedeuten, erklärte er.

Fest steht, dass Bickel die Polizei einschaltete und der zuständige Staatsanwalt Michael Scherrer sowohl Bozzetti als auch Vogel zwei Tage später festnehmen liess. Das Duo muss sich seit gestern vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten.

Staatsanwalt Scherrer forderte wegen versuchter Erpressung Freiheitsstrafen. 30 Monate für den einschlägig vorbestraften Bozzetti. Zehn Monate davon unbedingt. Beim Luzerner Vermittler kam eine versuchte Nötigung zulasten von Murat Yakin hinzu. Für Vogel verlangte Staatsanwalt Scherrer wegen Gehilfenschaft eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten.

Rhetorisches Feuerwerk

Die Verteidiger verlangten mangels Beweisen Freisprüche und sprachen von einer einseitig geführten Untersuchung.

Für das Schlussbouquet sorgte aber Vogel, der sein letztes Wort für ein rhetorisches Feuerwerk nutzte. Er schoss sich auf Staatsanwalt Scherrer ein. «Ich habe Ihnen insgesamt 137 Fragen beantwortet und mich nicht einmal verstanden gefühlt», lastete ihm Vogel an. Scherrer habe nur eine Richtung gesehen und sei dem Anwalt Bickels auf den Leim gekrochen. Vogel erklärte auch, dass er kein Geldmensch sei und Bozzetti und die Gegenseite gewarnt habe. Vogel erklärte zum Abschluss, dass man ihm zu Unrecht zutraue, dass er für seinen angeblichen Anteil von 61 000 Franken Bozzetti manipuliert und instruiert habe. «Ich hoffe, ich habe Sie von meiner Version der Wahrheit überzeugt», erklärte er.

Das Gericht wird das Urteil vor­aussichtlich am Montag bekannt geben. Attila Szenogrady

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