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Erinnerungslücken schützen nicht vor der Strafe

Dass er im Rausch seinen Mitbewohner getötet hat, davon will ein Messerstecher vor Gericht nichts mehr wissen. Büssen muss er aber trotzdem.

Die Bluttat vom 13. November 2010 ging lange Zeit als Rätselmord durch die Medien. So war das eigentliche Tatmotiv völlig unklar. Der Beschuldigte ging in den frühen Morgenstunden plötzlich auf seinen im Bett schlafenden Wohnpartner los. Er würgte das 25-jährige Opfer und stach ihm mit einem Messer wiederholt in den Halsbereich. Bis heute ist unklar, ob der geistig verwirrte Angreifer den Geschädigten danach von der Laube aus dem 7. Stock stiess oder ob das bereits tödlich verletzte Opfer selber sprang. Fest steht, dass es zum Schluss leblos vor dem Hochhaus an der Brahmsstrasse lag.

Am Prozess gestern gab der Beschuldigte seinen Drogenrausch sowie seine Wahnvorstellungen zur Tatzeit zu, liess aber aufgrund von Erinnerungslücken offen, ob er mit einem Messer zugestochen habe. Der Verteidiger gab an, dass eine Selbsttötung des depressiv veranlagten Opfers nicht ausgeschlossen sei. Aufgrund des Spurenbildes und der medizinischen Gutachten schloss das Obergericht eine Selbsttötung jedoch aus. Der Richter sprach von einer niederträchtigen und abstossenden Tat, die eigentlich eine Freiheitsstrafe von 18 Jahren verdient hätte.

Kleine Verwahrung

Da dem heute 23-jährigen Stadtzürcher ein Gutachter eine schwere Verminderung der Schuldfähigkeit attestiert hatte, kam der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von acht Jahren davon. Erstinstanzlich war er zu rund sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zur Freiheitsstrafe ordneten die Richter mit einer stationären Massnahme die kleine Verwahrung für den psychisch gestörten Messerstecher an. Ein Gutachten hatte beim Beschuldigten eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit Borderline- und narzisstischen Merkmalen festgestellt.

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