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Ernst war leichter als lustig

In «Recycling Lily» gibt die 14-jährige Stäfnerin Luna Dutli ihr Debüt als Filmschauspielerin. Für ihre Darstellung als Tochter einer Messie-Mutter wurde sie von den Kritikern mit Lob überhäuft.

Sie trägt löchrige Strümpfe, prügelt sich mit Knaben, wirft Abfallsäcke ins Gebüsch und lässt sich von niemandem etwas sagen. Mit der Filmfigur «Emma», die sie im Film «Recycling Lily» spielt, hat Luna Dutli so einiges gemein: Sie ist genauso rebellisch, schlau und selbstbewusst. «Und mindestens so stur», sagt Luna Dutli. Anders als im Film ist ihre Mutter aber glücklicherweise kein Messie. Die Stäfner Dachwohnung, in der die Familie Dutli lebt, ist ordentlich aufgeräumt. In der Küche hängen Schwarz-Weiss-Fotos von Luna als Kind, im Flur prangt das rosarote Filmplakat von «Recycling Lily», der Esstisch ist mit einem Adventskranz dekoriert.

Ein spontaner Entschluss

Die 14-Jährige ist an diesem Abend sichtlich müde. Mit gutem Grund – seit der Premiere ihres ersten Spielfilms war sie pausenlos unterwegs: Spezialvorstellungen in diversen Schweizer Kinos, Interviews, Fototermine, Besuch vom Schweizer Fernsehen. Daneben der reguläre Schulunterricht am Zürcher Gymnasium Hohe Promenade. «Ich habe gestaunt, wie gut sie durchgehalten hat», sagt ihre Mutter Petra Dutli. «Aber wir sind schon froh, wenn der ganze Trubel wieder zu Ende ist.»

Dabei war es eigentlich gar nie Luna Dutlis grosser Traum, Filmschauspielerin zu werden. Das Inserat mit dem Castingaufruf hatte ihre Mutter ihr kommentarlos aufs Pult gelegt. Gesucht wurde ein 10- bis 15-jähriges Mädchen für eine Hauptrolle in einem Schweizer Kino-Spielfilm. «Obwohl ich noch nie etwas mit Film zu tun hatte, beschloss ich spontan, mitzumachen.»

Danach ging alles Schlag auf Schlag: Im März 2012 stach Luna Dutli beim Casting über 90 Mitbewerberinnen aus. Im Juli und August folgten die sechswöchigen Dreharbeiten, die teilweise auch in Erlenbach stattfanden.

Ihre anfängliche Nervosität habe sich schnell gelegt, erzählt Luna Dutli. «Das Team war super. Die anderen Schauspieler haben mir geholfen und viele Tipps gegeben.» Besonders leicht sei es ihr gefallen, die ernsten Szenen zu spielen. «Fröhlich zu sein und zu lachen, fand ich viel schwieriger.» Mühsam sei auch die ewige Warterei am Set gewesen und dass manche Szenen bis zu zwanzigmal wiederholt wurden. «Dafür war es ein grossartiges Erlebnis, hinter die Kulissen eines Films schauen zu können.»

«Seele des Films»

Den fertigen Spielfilm sah Luna Dutli zum ersten Mal zusammen mit ihrer Familie anlässlich einer Pressevorführung. «Es war megakomisch, mich selbst auf der Leinwand zu sehen», sagt sie. Ihre ­Familie war begeistert von «Recycling Lily». «Ich bin wahnsinnig stolz auf Luna», sagt ihre Mutter.

Auch die Kritiker zeigten sich angetan von der Leistung der jungen Stäfnerin. Sie wurde als «grosses Talent», «Seele des Films» und «herzerfrischende Debütantin» gefeiert. Zu Kopf gestiegen sei Luna der Erfolg aber nicht, sagt Petra Dutli: «Das Filmbusiness ist kurzlebig: Einen Moment lang schwärmen alle von einem Film und den Darstellern. Dann kommt schon wieder der nächste, interessantere Film. Das weiss Luna auch.»

Trotzdem würde die junge Stäfnerin sehr gerne wieder drehen: «Wenn ein spannendes Angebot käme, wäre ich sofort dabei.» Falls es mit der Schauspielkarriere nicht klappen sollte, hat Luna Dutli auch schon einen Plan B: «Dann werde ich eben Innenarchitektin.»

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