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Erst das Spielerische brachte den Erfolg

Zu wenig Besucher, Geldnot und Personalabbau: In den ersten Jahren drohte dem Technorama ein Debakel. Erst ein neuer Chef schaffte ab 1991 die Wende: mit Spiel und Spass statt viel Industriegeschichte. Zum 30-Jahr-Jubiläum herrscht heute Freude – zu Preisen wie damals.

Dem Technorama verdankt Winterthur viel: begeisterte Besucher von nah und fern und eine Statistik, die in den letzten zwei Jahrzehnten steil nach oben zeigte. Dank dem Technorama kann die Stadt bis zu einer halben Million Museumsbesucher jährlich ausweisen, jeweils mehr als die Hälfte kommen, um die Exponate in Oberwinterthur zu sehen und zu erleben. In den letzten drei Jahren zählte das Technorama 267 000, 280 000 und 256 000 Eintritte. Startphase: Negativmeldungen Das war nicht immer so. Die ersten Jahre nach der Eröffnung, 1982, waren geprägt von Problemen. «Das Technorama am toten Punkt», «Vor einem Debakel», «Leere Kassen und zu wenig Besucher» – so titelten 1984/85 landesweit die Zeitungen. Die Besucherzahlen erreichten nie die erwarteten 200 000, sondern dümpelten bei 150 000 pro Jahr und sackten auch auf 120 000 ab. Zu wenig für ein Haus mit dem Anspruch, das technische Museum der Landes zu sein. Der erste Direktor des Technoramas agierte glücklos, vielleicht weil er zu nah an Industrie und Technik war und zu wenig Ausstellungsmacher. Die «Phänomena» in Zürich hatte gezeigt, wie man moderne Ausstellungen präsentiert, in Oberwinterthur aber sah man Dampfmaschinen und ein in seine Einzelteile zerlegtes Auto. Das war nicht, was die Leute sehen wollten. Es kam zu Kündigungen, 1985 ging der damalige Finanz- und Marketingchef im Streit und aus Enttäuschung, nachdem er das Ausstellungskonzept als «zu unattraktiv» kritisiert hatte. Der Direktor blieb noch im Amt. Erst 1987 räumte er seinen Sessel, und drei Jahre später war auch sein Nachfolger so weit und dessen Stellvertreter übernahm. Der dritte Direktor in der damals achtjährigen Geschichte war Remo Besio. Heftige Kritik und dann Erfolg Besio fegte mit breitem Besen durchs Haus: Er räumte raus, was ihm zu statisch und zu wenig erlebnisorientiert war. Das brachte ihm Kritik von Kulturgüterschützern ein, brachte dem Haus aber den Erfolg: Die Besucherzahlen stiegen: 170 000, 200 000 und im Jahr 2005 erstmals mehr als 250 000 Eintritte. Das Swiss Science Center war dort angekommen, wohin es seine In- itianten hatten bringen wollen: in die Topliga der nationalen Museen. Seit 2008 ist Thorsten Künnemann Direktor, ihm stehen rund 100 Mitarbeitende zur Seite, wovon 55 als Betreuungspersonen in der Ausstellung. Der Biologe setzt einen Schwerpunkt bei der Zusammenarbeit mit Schulen. Lehrerinnen und Lehrer kommen ins Science Center und lernen dort Tipps und Tricks für den Unterricht. Im Herbst wird das Technorama auch den neuen Ergänzungsbau einweihen können. Darin finden sich zusätzliche Labors, in denen Schulklassen den Geheimnissen von Biologie, Physik und Chemie auf die Spur kommen. Bereits am Jubiläumswochenende können sich Interessierte die Räume, in denen eben der Innenausbau begann, zeigen lassen. Am Samstag gelten im Technorama die Eintrittspreise von 1982: 7 Franken für Erwachsene, 3 für Kinder. Am Sonntag sind es dann wieder 25 und 14 Franken. Die Lieblingsspielzeuge der «Landbote»-Redaktion

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