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Erst die Politik, dann das Vergnügen

Rekordverdächtig: 202 Stimmberechtigte kommen an die Flurlinger Gemeinde­versammlung. Grund sind nicht die Budgets 2014, sondern der Auftakt zum Hilari.

Rituale sind wichtig. Der Hilari in Flurlingen ist für die Jugendlichen ein solches Ritual auf dem Weg des Erwachsenwerdens. Für ein Jahr sind die Schulabgänger die Heisler. Ob junge Frau oder junger Mann: Am Hilari treten sie in Frack und Zylinder auf die Strasse. Zum Silvester besuchen sie diejenigen Eltern, die im vergangenen Jahr ein Baby bekamen. Dort tragen sie einen traditionellen Spruch vor und erbitten («heuschen» oder «heiseln») einen Zustupf für die Hilari-Disco. Am Hilariumzug verbrennen die Heisler, den «Hilarimaa», eine mit Stroh gefüllte Puppe. Die Heisler dürfen selber anpacken, müssen auch ihre Unsicherheit überwinden und vor die Menge treten und sprechen. Sie können Verantwortung übernehmen und feiern in der Welt der Erwachsenen. Applaus für Schnitzelbank Den Höhepunkt im Heisler-Jahr bildet der Hilari. Der beginnt zahlenlastig mit der Budgetgemeindeversammlung. Für diese Tradition nehmen die Flurlinger gern in Kauf, dass sie alle Jahre die Letzten im Kanton sind, die ihr Budget unter Dach und Fach bringen. Dieses Jahr war es nicht anders. Den Rheintalsaal hatten die Heisler mit Fantasie dekoriert und nach dem letzten Traktandum verwandelte sich dieser in einen Festsaal. Schellen und Kuhglocken schwingend, traten die Heisler durch die Eingangstüre. Zuerst sprachen sie den traditionellen Reim zum Hilari. Dar­auf nahmen sie mit ihrer Schnitzelbank die unglaublichsten Geschichten des Dorflebens aufs Korn, wofür sie viel Applaus ernteten. Dazu gab es für die 202 Stimmbürger ein Gläschen Roten und für alle feines Gebäck, sogenannte «Schlüüferli». Defizit verkraftbar Doch zuvor standen noch die Zahlen im Mittelpunkt: Politische Gemeinde und Primarschule budgetieren für 2014 beachtliche Defizite: 470?000 Franken die Gemeinde und 374?000 Franken die Schule. «Das können wir verkraften. Eine Steuererhöhung drängt sich nicht auf, weil wir über einen hohen Grad der Eigenfinanzierung verfügen und die Fremdverschuldung im Moment bei null liegt», sagte Gemeindepräsident André Müller. Ähnliche Worte wählte auch Silvia Breiter, die Finanzvorsteherin der Primarschule: «Unser Eigen­kapital weist eine solide Basis auf.» Man habe einen Voranschlag nach den Grundsätzen der Sparsamkeit und Wirksamkeit ausgearbeitet. Mit einem so schnellen Rückgang des Ressourcenausgleichs habe ihre Behörde aber nicht gerechnet, sagte sie weiter.

Die anwesenden Stimmberechtigten genehmigten sowohl das Budget der Gemeinde als auch jenes der Primarschule ohne Gegenstimmen. Somit verbleibt der Gesamtsteuerfuss in Flurlingen bei 110 Prozent.

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