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Erst gegen Schluss abgehängt

Leader Pfadi hielt sich auch in der fünften NLA-Runde schadlos, brauchte aber lange, bis Aufsteiger Altdorf gezähmt und 32:25 (14:15) bezwungen war.

«Wir wollen zeigen, dass wir zu Recht in der Nationalliga A sind», sagte Altdorfs Trainer Burkhard Keller. Trotz der vierten Niederlage im fünften Spiel ist das seiner Mannschaft auch gegen Pfadi gelungen. Nur beim 19:40 in Schaffhausen war der Aufsteiger bisher deklassiert worden. Am Samstag in der Feldlihalle hielten die Urner lange mit und führten in der 38. Minute noch 20:18. «Wir haben 45 Minuten sehr gut gespielt und Pfadi Paroli geboten», lobte Keller, vor 20 Jahren noch Bundesliga-Trainer bei der SG Wallau Massenheim, seine Leute. Dann ging Altdorf die Luft aus, zumal das Kader limitierter als jenes des Gastes ist. «Pfadi konnte die Spieler ohne Qualitätsverlust wechseln», verglich Keller. In zwei NLA-Spielen gegen die einstige SG Zentralschweiz hatten die Winterthurer das Feldli als Verlierer verlassen. Diesmal holten sie den ersten Sieg aus dieser Halle, weil ihr Potenzial gross genug war, um den Schaden gegen Schluss abzuwenden und sich aus schwächeren Phasen, von denen es einige gab, jeweils wieder hochzuarbeiten. Pfadis Schwankungen Von einem konstanten Auftritt waren die Winterthurer ein schönes Stück entfernt. Zuerst legte eine starke 3-2-1-Abwehr die Basis zur 4:1-Führung, während sich die Offensive eher fahrig als durchschlagend präsentierte. Vom 6:6 an sorgten sechs verwertete Angriffe in Serie für die 12:7-Führung, ehe die Effizienz wieder schlagartig nachliess und auch die Verteidigung bei Weitem nicht mehr gleich wie zu Beginn wirkte. Die Folge: Altdorf kehrte das Spiel und lag zur Pause 15:14 vorne. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hielt die Offensive die Winterthurer im Spiel. Dank ihr führten sie in der 40. Minute (mit dem 21:20) erstmals seit dem 13:12 wieder. Die Partie kippte aber erst endgültig zu ihren Gunsten, nachdem Coach Adrian Brüngger in der 43. Minute auf eine 6:0-Abwehr umgestellt hatte. Von da an war endlich auch Torhüter Simon Kindle, der den angeschlagenen und glücklosen Martin Pramuk abgelöst hatte, ein Faktor. In den letzten 19 Minuten erzielten die Altdorfer nur noch vier Tore, während Pfadi trotz eher durchschnittlicher Angriffsquote den Vorsprung stetig vergrösserte. «Ungeduld» sei das Schlagwort für dieses Spiel gewesen, meinte Brüngger nach dem Match, der den 1. Tabellenplatz festigte. «Wir waren vorne und hinten ungeduldig. So wird es schwierig, guten Handball zu spielen», sagte der Trainer und erwähnte die vielen «guten und schlechten Phasen» in diesem Spiel. Offensiv durchs Band erfolgreich war NLA-Topskorer Marcel Hess, der zehn seiner zwölf Würfe versenkte und seine eindrückliche Form bestätigte. Makellos im Abschluss hielten sich Kreisläufer Dino Bajram, der zudem zwei Penaltys herausholte, sowie Linksaussen Marvin Lier, der in der zweiten Halbzeit Oliver Scheuner auf der rechten Flanke vertrat. Linkshänder Julian Krieg steigerte sich nach einer mässigen ersten Hälfte zu fünf Toren aus fünf Versuchen und war damit auf dem Weg zur Wende Pfadis wichtigster Skorer. Spielmacher Kevin Jud überzeugte mit einigen schönen Pässen, nahm aber mitunter überhastet den Abschluss. Im linken Aufbau könnte Michal Svajlen seine Power etwas häufiger Richtung Tor durchziehen und fand Luka Maros nicht richtig ins Spiel. «Chef» Reuter Bei den Altdorfern hing offensiv fast alles von Spielmacher Philipp Reuter ab. Der 26-jährige Deutsche, die letzten zwei Saisons bei Pfadi unter Vertrag, brachte es – vor den Augen seiner Grossmutter, die aus Hannover angereist war – auf neun Tore, obschon er sich in der Woche vor dem Match am Mittelfinger der Wurfhand verletzt hatte. Wie seine Mitspieler liess er erst in der Schlussviertelstunde nach. Trainer Keller nennt Reuter den «Chef auf dem Feld» seiner Mannschaft. Das Spiel ist – mehr als vorher in Winterthur – auf ihn ausgerichtet, was ihm offensichtlich behagt; derzeit liegt er auf Platz 4 der NLA-Torschützenliste. Auch sonst fühlt er sich am neuen Wohnort wohl: «Jetzt bin ich in der Schweiz angekommen», lächelte Reuter mit Blick auf die Umgebung. «Es war schön, gegen meine Exkollegen zu spielen. Man hat vielleicht gemerkt, dass ich sie etwas kenne, inklusive die Torhüter.» Insgesamt konnten die Altdorfer mit dem Abend zufrieden sein. «Sie haben die Aufgabe im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut gelöst», meinte Brüngger. Und Keller erwähnte: «Alle sind mit Herz dabei. Wir zeigten, dass wir durchaus in diese Liga gehören. Aber das bringt uns noch keine Punkte ein.» Die Winterthurer wissen, dass sie im nächsten Meisterschaftsspiel, am Sonntag zu Hause gegen St. Otmar, kompakter und konstanter aufspielen müssen, um die Tabellenführung zu verteidigen. Doch zunächst einmal steht einem rechten Teil des Teams etwas anderes bevor: Die Trainer Adrian Brüngger und Petr Hrachovec sowie die Spieler Hess, Svajlen, Lier, Maros und Stefan Freivogel trafen sich heute Montagmorgen im Flughafen Kloten zum Abflug Richtung Katar, wo sie mit dem Nationalteam zwei Spiele gegen den WM-Gastgeber 2015 bestreiten.

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