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Erster gegen Letzter

winterthur. Der NLA-Letzte Altdorf gastiert heute bei Leader Pfadi und kommt mit einem alten Bekannten: Philipp Reuter.

«Das ist eines dieser Spiele», sagt Pfadi-Trainer Adrian Brüngger, «bei denen man nicht in die Geschichte eingehen will.» Nämlich die erste Mannschaft zu werden, die in der Nationalliga A gegen den KTV Altdorf verliert. Solches war Brünggers Winterthurern schon einmal widerfahren: als sie am 14. September 2008 dem damaligen Neuling Fortitudo Goss­au auswärts 27:31 unterlagen. Jener erste NLA-Sieg der Klubgeschichte gelang Goss­au in der vierten Runde. In der laufenden Meisterschaft sind bereits 13 Runden vorbei und die Altdorfer haben noch keinen Sieg vorzuweisen. Aber sie haben sich jeweils besser gehalten, als die reine Ausbeute mit den zwei Punkten aus den Heimunentschieden gegen den BSV Bern und GC Amicitia Zürich vermuten liesse. In der Regel hielt der Aufsteiger lange mit, ehe die Gegner etwa ab Minute 45 davonzogen. Das geschah auch in der Vorrunde gegen Pfadi: Die Altdorfer führten zur Pause 15:14 und lagen in der 44. Minute erst 21:22 zurück, ehe sie 25:32 verloren. «Mit der Zeit deprimierend» «Eigentlich haben wir immer gut gespielt und doch meistens verloren», sagt Philipp Reuter (Bild), Altdorfs Spielmacher und Top­sko­rer. «Das ist mit der Zeit deprimierend.» Die grosse Ausnahme war letzten Donnerstag das Heimspiel gegen die Lakers Stäfa, das im Abstiegskampf kapitale Duell gegen den Zweitletzten der Tabelle. Die Altdorfer waren durchaus zu favorisieren, unterlagen aber empfindlich 26:34, womit sie bereits vier Punkte hinter Stäfa zurückliegen. «Das war unser erstes richtig schlechtes Spiel», ärgert sich Reuter. «Und ich selbst hatte meinen ersten schlechten Tag.» Vom 26-jährigen Deutschen, der die letzten zwei Saisons für Pfadi bestritten hat, hängt beim Aufsteiger sehr viel ab. Ohnehin sind die Urner auf die Leistung ihrer Stammsechs angewiesen. «Unsere Bank kann leider nicht viel helfen. Das wissen die Spieler selbst auch», sagt Reuter. Zu wenig Handballer im Team des ehemaligen Bundesliga-Trainers Burkhard Keller können in der höchsten Liga mithalten. Deshalb ist es auch logisch, dass die Leistungskurve meistens nach drei Vierteln eines Spiels nach unten zeigt. Derzeit denkt Altdorfs dominierender Spieler, dass er Ende Saison nach Deutschland zurückkehren wird – beruflich bedingt. Weiterhin wolle er Handball und Job kombinieren und in der zweiten oder dritten Liga Deutschlands spielen, meint Reuter, der für den neuen Ausrüster von Pfadi arbeitet. Auf die Rückkehr heute Abend in die Eulachhalle sei er «gespannt», sagt er. «Pfadi ist sehr gut drauf, wir sind krasse Aussenseiter. Wir wollen das Spiel einigermassen eng halten. Von einem Sieg zu sprechen, wäre natürlich vermessen. Aber irgendwann muss der erste ja mal her …» Es müsste aus Sicht der Winterthurer, die drei Punkte vor den Kadetten die Tabelle anführen, schon sehr viel schieflaufen, würde das ausgerechnet heute passieren. Ihre Ziele sind klar, Brüngger formuliert sie so: «Zwei Punkte holen, schön spielen, dem Publikum Freude bereiten und weitere Fortschritte machen.» St. Otmars Lebenszeichen Fünf Runden sind bis zum Ende der Qualifikation am 18. Dezember ausstehend. viermal tritt Pfadi dabei zu Hause an, das einzige Auswärtsspiel folgt am Sonntag gegen St. Otmar. Derweil erreichten die St. Galler, nur auf Platz 8 klassiert, gestern ihren zweiten Sieg während der letzten sieben Runden. Sie gewannen in Stäfa 34:32 (13:15), nachdem die Lakers in der 40. Minute noch vorne gelegen, in den letzten zwölf Minuten aber nie mehr näher als bis auf ein Tor herangekommen waren. St. Otmars Spielertrainer Jan Filip sowie sein tschechischer Landsmann, Regisseur Tomas Babak, erzielten je acht Treffer. In St. Gallen ist Filips Arbeit natürlich zum Thema geworden. Allerdings scheint man aus finanziellen Überlegungen einem Trainerwechsel (noch) aus dem Weg zu gehen. Einer Mannschaft, die personell gut besetzt ist, aber bisher nicht genügend harmoniert hat, droht auch nach dem Lebenszeichen in Stäfa der Fall in die Abstiegsrunde.

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