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Es bleibt auf Messers Schneide

winterthur. Der HC Rychenberg fordert auch Qualifikationssieger Malans bis aufs Letzte. In zwei engen Partien verliert er 5:7 und verkürzt die Halbfinalserie tags dar­auf mit dem 3:2-Sieg auf 1:2.

Der HC Rychenberg beweist gegen Malans, dass sein Viertelfinalsieg gegen Wiler-Ersigen, den Schweizer Unihockeymeister der letzten sechs Jahre, kein Zufall gewesen ist. Auch dem Meisterschaftsfavoriten Malans begegnet die Mannschaft von Rolf Kern auf Augenhöhe. Wie bereits am Mittwoch im Eröffnungsspiel in Maienfeld blieb am Wochenende auch in den Spielen 2 und 3 die Spannung bis zum Schluss erhalten. Das dazupassende Ambiente bildeten in der Eulachhalle 940 respektive 780 begeisterte Zuschauer.

Eine Frage der Effizienz

Am Samstag waren die Winterthurer gut in die Partie gestiegen. In der 8. Minute erar­bei­te­ten sie sich die ersten Grosschancen. Auf der Gegenseite nutzte Joel Friolet gleich die erste Ma- lanser Möglichkeit, indem er eine missratene Rychenberger Auslösung abfing und zum 1:0 verwertete.

Im gleichen Stil ging es vorerst weiter. Rychenberg erar­bei­te­te sich allein im Startdrittel über ein halbes Dutzend erstklassiger Möglichkeiten. Doch während das Heimteam zuweilen am leeren Tor vorbeischoss oder am Goalie scheiterte und bei Felix Buffs Lattentreffer kein Glück hatte, glänzten die Gäste mit grosser Effizienz: Bis zur 25. Minute tauchten sie fünfmal gefährlich vor dem Tor auf und ebenso oft waren sie erfolgreich. Rychenbergs Nationaltorhüter Pascal Meier blieb stets ohne Chance.

Da für die Winterthurer in derselben Zeitspanne nur Moritz Schaub getroffen hatte, schien die Entscheidung beim Stand von 1:5 vorzeitig gefallen. Zumal Rychenberg, irritiert vom Spielverlauf, zu taumeln begann. Doch zeigte es – wie bereits wiederholt im Viertelfinal gegen Wiler – wieder einmal Nehmerqualitäten. Kurz vor Spielmitte hauchte Mikael Lax seiner Mannschaft neues Leben ein, indem er ein steiles Zuspiel Benjamin Borths gekonnt am Verteidiger vorbeilegte und anschliessend dem Torhüter keine Chance liess. Und dies gelang dem finnischen Antreiber, wie sich später herausstellte, mit einem vierfachen Kieferbruch, den er sich in der 3. Minute bei einem Ellbogenschlag zugezogen hatte …

Der Glaube an den Sieg kehrte danach zurück, auch weil in der Folge die Tore fielen. Mikko Hautaniemi (33.) und Borth (40.) aus dem Slot sowie Pascal Kern (46.) nach einem Diagonalpass Michel Schwerzmanns sorgten dafür, dass eine knappe Viertelstunde vor Schluss wieder jeder Ausgang möglich war. Das 6:6 wollte aber nicht mehr fallen, nicht zuletzt weil die Malanser Verteidigung nur noch wenige Möglichkeiten zuliess. Und mit einem «Empty Netter» machte Lauri Kapanen 36 Sekunden vor Schluss alles klar.

«In den ersten zwei Dritteln hatten wir noch nicht die gewohnte Pace und die nötigen Emotionen», erklärte Kern, um gleich anzufügen: «Im dritten Drittel waren wir richtig gut. Da liessen wir auch den Ball gut laufen und verhinderten so über weite Strecken das Malanser Forechecking.»

Zweimal in Maienfeld

Tags dar­auf entwickelte sich ein anderes Spiel. Rychenberg spielte mehr auf Abwarten und liess Malans kommen. Dies gelang im ersten Drittel noch nicht so gut, weshalb Torhüter Meier immer wieder gefordert war. Das 1:1 zur ersten Pause schmeichelte den Winterthurern, wie auch Trainer Kern gestand: «Da hätten sie gut noch ein, zwei Tore mehr machen können.»

Dies änderte sich im Mitteldrittel. Rychenberg nahm das Spiel in seine Hände und erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten. Vor allem zwischen der 27. und 34. Minute gabs Chancen zuhauf, doch erst Kern traf zum letztlich entscheidenden 3:1. Zuvor hatte bereits Buff die Führung zurückgeholt. «Je länger das Spiel dauerte», erklärt der Trainer, «desto besser hatten wir das Spiel im Griff.» Erstaunt zeigte sich Kern, dass seine Mannschaft trotz drei Playoff-Spielen mehr in den Knochen konditionell bis zuletzt mithalten konnte. Erst in den letzten zehn Minuten wurde es, wie in solchen Spielen üblich, nochmals hektisch. Doch näher als auf 3:2 kam Malans nicht mehr heran.

Der Sieg im dritten Spiel bringt den HCR in der Serie auf 1:2 heran. Das bedeutet unter anderem, dass es in einer Woche zu zwei Partien in Maienfeld kommen wird. Dort soll es nach dem Gusto der Winterthurer mindestens einen Sieg geben, um nochmals in Winterthur antreten zu können.

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