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Es braucht 1200 neue Ärzte pro Jahr

bern. Die Schweiz bildet weniger Ärzte aus, als sie in Zukunft braucht. Nun haben sich Kantone und Universitäten auf eine gemeinsame Marschrichtung geeinigt.

Erkannt ist das Problem schon lange. In einer Studie aus dem Jahr 2008 zeigt das Gesundheitsobservatorium (Obsan) auf, dass der Schweiz im Jahr 2030 fast ein Drittel der nötigen Ärzte fehlen könnte. Grund dafür ist neben der alternden Bevölkerung die Tatsache, dass die Schweizer Universitäten schlicht zu wenig Humanmediziner ausbilden.

Der Befund rief die Politik auf den Plan. Mit mehreren Vorstössen drängte das Parlament den Bundesrat, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. In einem Bericht vom November 2011 empfiehlt der Bundesrat, die Zahl der Studienplätze zu erhöhen. Sein Ziel ist es, pro Jahr zwischen 1200 bis 1300 statt wie heute 700 bis 800 neue Ärztinnen und Ärzte auszubilden.

Offen lässt der Bundesrat in dem Bericht die Frage, wer dies bezahlen soll. Die Ausbildung von Medizinern geht ins Geld: Gemäss einer Studie kostet allein das 6-jährige Studium über eine halbe Million Franken. Bei 400 zusätzlichen Studienplätzen würden sich die Mehrkosten auf 200 Millionen Franken pro ausgebildetem Jahrgang belaufen.

Kantone und Universitäten wollen nun Nägel mit Köpfen machen: Gesundheitsdirektorenkonferenz, Erziehungsdirektorenkonferenz, Universitätskonferenz und Unirektorenkonferenz fordern in einer gemeinsamen Absichtserklärung unter anderem zusätzliche Studienplätze sowie die Stärkung der Hausarztmedizin.

Der Zentralsekretär der Gesundheitsdirektorenkonferenz, Michael Jordi, bestätigte gestern einen entsprechenden Bericht des «Tages-Anzeiger». Die Vereinbarung stehe zwar, unterzeichnet sei sie aber noch nicht.

Der Bund soll es bezahlen

Kantone und Universitäten machen in dem Papier auch klar, woher das nötige Geld kommen soll – zumindest zum Teil: Sie erwarteten laut Jordi ein «Engagement des Bundes hinsichtlich der Übernahme der zusätzlich anfallenden Kosten für die Medizinischen Fakultäten der Universitäten und für die Ausbildungsplätze in den Spitälern». Kosten und Finanzierungsmodalitäten müssten aber noch vertieft geklärt werden: «Die nun folgenden Gespräche mit dem Bund und den beteiligten Akteuren werden mehr Klarheit schaffen.» Nach seinen Angaben wollen sich die Vertreter von Kantonen und Unis bald mit dem zuständigen Bundesrat Alain Berset an einen Tisch setzen. (sda)

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