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«Es gab keinen Spielraum mehr»

Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) sagt, er habe mit der Räumung des Labitzke-Areals unmöglich noch länger zuwarten können.

Besetzer mit Polizeigewalt vertreiben, einen urbanen «Freiraum» zerstören: So ungefähr muss man sich wohl die Albträume von Richard Wolff (AL) (Bild rechts) vorstellen, als er ursprünglich wider Willen Polizeivorsteher im Stadtrat werden musste. Als kurz nach Amtsantritt eine erste Räumung beim Binz-Areal anstand, ging der Kelch an ihm vorüber. Die Besetzer zogen freiwillig ab. Auf dem Labitzke-Areal ging es offenbar nicht ohne Polizeigewalt. Ein sichtlich bedrückter Richard Wolff empfing gestern Abend die Journalisten einzeln für Interviews, um die Räumung zu kommentieren. Aus «polizeitaktischen Gründen» sei diese genau gestern erfolgt und nicht früher oder später, sagte Wolff, ohne die Überlegungen im Detail preiszugeben. Nun gewährleiste ein Bauzaun und eine private Sicherheitsorganisation, dass die Besetzer nicht zurück aufs Gelände könnten. Mit dem Teilabbruch der Gebäude wurde gestern bereits begonnen. Sie würden unbewohnbar gemacht, teilt die Eigentümerin Mobimo mit. «Glimpflich abgelaufen» Seinen emotionalen Zustand beschrieb Wolff so: «Ich bin froh, dass das Ganze weitgehend glimpflich über die Bühne gegangen ist.» Er spüre eine gewisse Erleichterung, dass es nicht zu Gewalt gekommen sei. «Lieber wäre mir aber, es wäre gar nicht so weit gekommen», sagte er und dankte «seiner» Polizei und Feuerwehr für den «besonnenen Einsatz». Hat ihm die Sache im Vorfeld schlaflose Nächte bereitet, wie seinerzeit das Binz-Areal? «Es hat mich schon sehr beschäftigt», sagt Wolff nach einigem Nachdenken und gebraucht Worte wie «schwierig, heikel und problematisch». «Man hat ja nie Gewissheit, wie es genau laufen wird, und man musste auch die Befürchtung haben, dass es gewalttätig werden könnte.» Hätte Wolff mit der Räumung nicht noch länger zuwarten können, wie es seine Partei, die linke Kleinpartei AL, und andere Kreise verlangen? Der Polizeistadtrat verneint entschieden: «Es gab keinen Spielraum mehr.» Es liege eine Abbruchbewilligung und seit Donnerstag ein gültiger Strafantrag vor. Der Stadtrat gehe davon aus, dass der Abbruch der Gebäude nötig sei, ergänzt Wolff. Doch auch er selber habe bis zuletzt mit verschiedenen Beteiligten persönlich gesprochen. Was hat es gebracht? «Es hat – vielleicht – zur Entspannung beigetragen», sagt Wolff.

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