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Es kommt nur Gefängnis in Frage

Ein 50-Jähriger hatte 190 000 kinderpornografische Dateien gespeichert und sich einem Kind sexuell genähert. Einsichtig zeigte sich der Mann nur bedingt – er muss nun ein Jahr hinter Gitter.

Für das Bezirksgericht Winterthur war klar: «Es kommt nur eine Freiheitsstrafe in Frage.» Sowohl die kriminelle Ener­gie­ als auch das Verschulden des Angeklagten bezeichnete die Vorsitzende Richterin als erheblich. Dem heute 50-Jährigen nur eine Geldstrafe aufzubrummen, war deshalb nicht angezeigt.

Der Angeklagte, der der gestrigen Urteilseröffnung wegen «unaufschiebbarer Termine» fernblieb, wurde unter anderem wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern verurteilt. Zwischen 2003 und 2005 hatte er sein Patenkind im Intimbereich berührt. Und im Badezimmer hat er das damals etwa fünfjährige Mädchen, als sie beide nackt waren, umarmt und an seinen Körper gedrückt. Laut Anklage insbesondere an seinen Penis.

Zudem hat sich der Schweizer der Pornografie schuldig gemacht. Die Polizei fand bei ihm auf acht Festplatten, sechs CDs und zwei USB-Sticks insgesamt 190 000 strafbare kinderpornografische Dateien.

Gutachten: Voll schuldfähig

Die eigentliche Gerichtsverhandlung fand bereits vor mehr als einem Jahr statt. Im August 2011 konnten die Richter aber noch kein Urteil fällen – ihnen fehlte ein aktuelles psychologisches Gutachten. Dieses liegt nun vor. Es attestiert dem Angeklagten volle Schuldfähigkeit. Eine schwere psychische Störung bestehe nicht.

Der Angeklagte, der wegen Pornografie einschlägig vorbestraft ist, hatte vor Gericht zugegeben, die 190 000 Bilder gesammelt zu haben. Vom Vorwurf von sexuellen Handlungen mit Kindern wollte er allerdings nichts wissen. Das Gericht stufte aber die Aussagen des Opfers als glaubwürdig ein. «Diese waren realitätsnah und in sich stimmig», sagte die Richterin. Zudem habe das Mädchen keine Mehrfachbeschuldigungen vorgebracht, es habe gesagt, wenn es etwas nicht mehr wusste.

Demge­gen­über habe sich der Angeklagte in Widersprüche verwickelt und ein ausweichendes Aussageverhalten gezeigt. Dass er selber nur von harmlosen «Dökterlispielen» berichtete, nahm ihm das Gericht nicht ab. So hatte der Schweizer ausgesagt, dass er froh sei, dass das Ganze aufgehört habe, bevor es zu einem Übergriff gekommen sei. Und als Begründung für seine Handlungen gab er an, er habe verhindern wollen, dass das Mädchen sexuell so verklemmt werde, wie er es selber sei. Dass seine Handlungen eine sexuelle Komponente hatten, sei dem Angeklagten also bewusst gewesen, hielt die Richterin fest: «Er hat mit direktem Vorsatz gehandelt.» Die Konsequenzen, dass er etwa das Sicherheitsgefühl des Mädchens zerstört habe, seien ihm dabei egal gewesen. «Er hat aus verwerflichen, egoistischen Motiven gehandelt.»

Kontaktieren verboten

Das Gericht folgte deshalb dem Antrag der Anklage und verhängte eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten. 18 Monate davon werden zugunsten einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben. 12 Monate muss der Angeklagte hingegen im Gefängnis absitzen. Sollte er einer Arbeit nachgehen, könnte er mit Halbgefangenschaft rechnen. Das Gericht untersagte dem Mann während der Probezeit zudem jeglichen Kontakt zum Mädchen. Das Gutachten stuft die Rückfallgefahr bezüglich sexueller Handlungen mit Kindern als gering ein. Bezüglich Pornografie spricht es indes von einer hohen Rückfallgefahr, die aber durch eine wöchentliche Therapiesitzung minimiert werden könne.

Die Gerichtsverhandlung im August 2011 fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Einerseits hatte der Angeklagte dar­um gebeten – auf dessen Antrag wäre das Gericht nicht eingetreten, es hätte das öffentliche Interesse höher gewichtet. Andererseits hatte dies aber auch das minderjährige Opfer verlangt. Um es zu schützen, ging das Gericht – wie in solchen Fällen richtigerweise üblich – auf das Gesuch ein.

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