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Essen, festen, zusammen sein

250 Frauen unterschiedlicher Nationalität haben am Samstag den Internationalen Tag der Frau im Kirchgemeindehaus Töss mit Buffet und Modeschau gefeiert.

«Aus welchem Land stammt dieses Dessert?», fragen sich die Tischnachbarinnen. Niemand kann die kleine Papierflagge, die im Gefäss steckt, einem Land zuordnen. Eine Nachfrage ergibt, dass es sich um eine Spezialität aus Estland handelt. Ein spezielles, nur in dem baltischen Land erhältliches Mehl, hergestellt aus drei Kornsorten, wurde mit geschlagenem Rahm zu einer Creme vermischt und mit einem Coulis aus Beeren versehen. Zu den Köstlichkeiten aus rund zwanzig Ländern müssen die Frauen hinter dem Buffet im Kirchgemeindehaus zahlreiche Fragen beantworten. Vieles ist zwar angeschrieben und beflaggt, doch die Finessen liessen sich erst im Gespräch herausschälen. Genau diese Begegnungen über Sprachgrenzen und Kulturen hinaus anzuregen, das war Ziel und Zweck des «Festes für Frauen aller Nationen», das am Samstag zum bereits dritten Mal in Töss stattfand. «Wir wollen ein Zeichen der Solidarität unter den Frauen aus den verschiedensten Ländern setzen», sagte Esther Müller, Sozialarbeiterin der reformierten Kirchgemeinde, bei der Begrüssung der Anwesenden. «Ein Beitrag zur Integration und Förderung des gegenseitigen Verständnisses im Quartier.» Es sei wichtig, sich für die Rechte der Frauen und den Weltfrieden einzusetzen, sagte Müller. In Töss hat sich das interkulturell und überkonfessionell zusammengesetzte Organisationskomitee bewusst dazu entschieden, keine Demonstration auf der Strasse zu organisieren, wie das an diesem Tag an anderen Orten üblich ist. Stattdessen demonstrieren die Frauen Solidarität mit einem grossen gemeinsamen Fest. Die Idee dafür stammt von Jolanda Knecht, die bis im vergangenen Jahr Sozialdiakonin der reformierten Kirche Töss war und jetzt im Kongo in einem Sozialprojekt tätig ist. Zusammen mit dem Frauenverein der katholischen Kirche St. Josef hatte sie das «Frauenfest» 2012 zum ersten Mal lanciert. Finanziert wird der Anlass mit Beiträgen der teilnehmenden Vereine und Sponsoren und mit einer Kollekte. Die reformierte Kirche gewährt eine Defizitgarantie. Weiter besteht im Moment die Hoffnung, als Gewinner eines Wettbewerbes für Freiwilligenprojekte einen Beitrag vom katholischen Generalvikariat in Zürich zu erhalten. Höhepunkt Modeschau Nach dem kulinarischen und vor dem musikalischen Teil mit der Frauenband Sistars war im Kirchgemeindehaus neuerlich die Modeschau angesagt – sie wurde mit Spannung erwartet und die Auftritte wurden mit viel Applaus bedacht. Frauen aus neun Nationen präsentierten zu Musik aus ihren Kulturen ihre landestypischen Kleider. Eine Frau aus Kroatien präsentierte einen weissen Rock mit weissem Oberteil, dessen Stoff ihre Grossmutter selber gewoben und für sich zu diesem En­sem­ble genäht habe. Ein Kleidungsstück voller Erinnerungen, das nun in dritter Generation zu einem grossen Auftritt in Winterthur Töss kam.

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