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EW Andelfingen bleibt im Dorf

Der Verkauf des Elektrizitätswerks Andelfingen ist deutlich gescheitert. Zwei von drei Stimmbürgern wollen es behalten. Der Gemeinderat nimmt nun Plan B in Angriff und sucht einen Betreiber.

Schon der Grossaufmarsch zur Infoveranstaltung im April deutete es an: Der geplante Verkauf des lokalen Elektrizitätswerks Andelfingen bewegte die Gemüter wie kaum ein anderes Geschäft der letzten Jahren. Heute dann folgte der Beweis: 72, 5 Prozent der Stimmbevölkerung strömte an die Urnen. Und das Votum ist äusserst klar: Das Stromnetz soll in den Händen der Gemeinde bleiben und nicht an das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen (EKS) verkauft werden. Der Verkauf wurde mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit wuchtig verworfen (336 zu 668 Stimmen); er hätte rund 4,6 Millionen Franken an flüssigen Mitteln in die Gemeindekassen gespült. Das klare Nein eine herbe Niederlage für den Gemeinderat und die Rechnungsprüfungskommission, die beide für die Veräusserung waren. Der Gemeinderat argumentierte vor allem mit den betrieblichen und finanziellen Risiken, die mit der Energiewende und der Strommarktliberalisierung auf das EW zukommen. Die Gegner vom Komitee «Pro EW Andelfingen» jedoch warnten, ein Verkauf führe zu massiv höheren Stromtarifen. Sie plädierten daher für den Plan B: das Netz bleibt im Eigentum der Gemeinde, der komplexere Betrieb wird teilweise ausgelagert. Gemeindepräsident Hansruedi Jucker zeigte sich überrascht, wie deutlich das Geschäft abgelehnt wurde. Offensichtlich sei die Bevölkerung bereit, künftig höhere Risiken zu tragen, wenn das Stromnetz dafür in Gemeindebesitz bleibe. Gemäss Jucker wird der Gemeinderat jetzt dann wohl die Teilauslagerung in Angriff nehmen. Der Auftrag sei klar, sagte er. Jucker will den «Fächer nochmals öffnen» und mehrere Firmen offerieren lassen. Die Gegner feierten ihren Sieg im Schützenhaus. Das Resultat sei sensationell, sagte Mitglied Beat Diethelm. Das Komitee erwarte nun, dass die Gemeinde eine paritätische Kommission, die den weiteren Prozess begleite, und dass Offerten eingeholt und offen gelegt werden. Um ihre Forderungen zu unterstreichen, überlegt sich das Komitee gemäss Mitstreiter Jürg Beglinger, eine Petition zu starten.

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