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Ex-UBS-Banker drohen 30 Jahre Haft

new york. Drei ehemalige Manager der Grossbank UBS sind Ende letzter Woche in den USA wegen Betrugs schuldig gesprochen worden. Ein Bundesgericht in New York befand sie des Auktionsbetrugs bei US-Kommunalanleihen für schuldig.

Die Schadensumme liege bei mehreren Millionen Dollar, schrieb das US-Justizministerium in einer Mitteilung. Den Angeklagten drohen hohe Strafen. Das Strafmass soll zu einem späteren Zeitpunkt festgesetzt werden. Gemäss Anklage haben die Banker zwischen 2001 und 2006 den Bieterprozess bei über einem Dutzend Auktionen sogenannter Municipal Bonds und anderer Finanzvehikel manipuliert. Dafür hätten sie auch Bestechungsgelder bezahlt. In den Fall sind weitere Banker und Börsenmakler verwickelt. Im Prozess hatte unter anderem ein ehemaliger Kollege gegen die drei Banker ausgesagt.

Profit ging an UBS

Municipal Bonds sind Anleihen, die in den USA insbesondere von den Bundesstaaten herausgegeben werden. Mit den Einnahmen werden der Schuldendienst oder Investitionen im öffentlichen Sektor finanziert, so für den Bau von Spitälern, Schulen oder Strassen. Zu den Opfern gehören gemäss dem Ministerium Bundesstaaten, Bezirke, Gemeinden und gemeinnützige Organisationen. Unter den Betroffenen seien der Bundesstaat Massachusetts, eine Stiftung für Studiendarlehen in New Mexico, eine private Gesundheitsstiftung in New Jersey und der Fonds, der die Mittel aus dem Vergleich von 1998 zwischen den US-Bundesstaaten und der Tabakindustrie verwaltet. Die drei Banker sollen den Gewinn aus den Geschäften nicht in die eigene Tasche gesteckt haben. Ziel sei gewesen, den Gewinn der UBS zu erhöhen, heisst es in der Mitteilung. Zwei der Angeklagten wurden am Freitag in insgesamt drei Anklagepunkten verurteilt, der dritte in fünf. Letzterer war auch wegen versuchter Zeugenbeeinflussung angeklagt. In diesem Punkt sowie in einem Betrugsfall wurde er von den Geschworenen freigesprochen. Den drei Verurteilten drohen Strafen von bis zu 30 Jahren Haft sowie Bussen zwischen 250 000 Dollar bis zu maximal einer Million US-Dollar pro Anklagepunkt. Die Bussen könnten sogar noch erhöht werden, schreibt das Ministerium. Möglich sei, diese auf das Doppelte des Gewinns aus dem Betrug je Anklagepunkt zu erhöhen oder auf das Doppelte des Verlusts der Betrogenen. Wann das Gericht das Strafmass verkünden wird, wurde nicht mitgeteilt. Die Anklage war am 9. Dezember 2011 erhoben worden. In Zusammenhang mit diesem Fall wurden in den USA gemäss dem Justizministerium insgesamt 20 Personen angeklagt. 19 davon, darunter die drei Ex-UBS-Manager, hätten bereits auf schuldig plädiert oder seien verurteilt worden. Eine Person wartet noch auf ihren Prozess.

Millionenstrafe für die UBS

Im Zusammenhang mit Auktionsbetrug bei US-Kommunalanleihen war die UBS im Mai zu einer Millionenstrafe verurteilt worden. Im Rahmen eines Vergleichs mit dem US-Justizministerium, der Börsenaufsicht SEC, der Steuerbehörde und 25 Bundesstaatsanwälten zahlte die UBS 160 Mio. Dollar. Die Grossbank hatte sich damals «erfreut» über das Abkommen mit den Behörden gezeigt. Die fraglichen Tätigkeiten seien in einer nicht mehr existierenden Geschäftseinheit begangen worden, erklärte die UBS damals. (sda)

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